Im Vergleich zum Auswärtssieg bei der TSG Balingen veränderte Gaul seine Elf auf insgesamt fünf Positionen. Tristan Mohn besetzte die Torhüterposition von Lasse Rieß, für Lukas Quirin, Romario Roesch, Dominik Crljenec und Leon Petö standen Marvin Jung, Benko Sabani, Stephan Fürstner und U19-Akteur Ben Bobzien von Beginn an auf dem Feld.

Die Partie begann optimal für die höchste Mainzer Ausbildungsmannschaft, die sich dem Angriffspressing der Gastgeber von Beginn an spielerisch entziehen konnte und bereits nach sechs Minuten zum Führungstreffer kam. Jung wurde auf der linken Seite von Felix Könighaus eingesetzt, seine Hereingabe auf den zweiten Pfosten musste Dominik Wanner nur noch einschieben – 1:0 für den FSV (6.). Doch nur wenige Sekunden später mussten die 05ER erstmals den Atem anhalten, denn die Gastgeber suchten die postwendende Antwort. Manuel Botic erlief einen einen zu kurz geratenen Pass auf Fürstner, doch sein Versuch ging Zentimeter am rechten Pfosten des Mainzer Tores vorbei.

Ausgleich kurz vor dem Pausenpfiff

Im weiteren Verlauf entwickelte sich eine umkämpfte Partie, in der die Mainzer die Kontrolle über das Spiel mehr und mehr erlangten und sich weitere Gelegenheiten erspielten. Sabani probierte es zunächst mit einem Schuss aus 18 Metern zentraler Position (13.) und eine Minute später aus halbrechter Position, doch seine Versuche waren nicht von Erfolg gekrönt. Ebenso wie der Schuss von Wanner, der von rechts nach innen zog und den Aalener Torhüter Tim Paterok mit seinem Schuss zu einer Flugeinlage zwang (19.). Gegen vor allem kämpferisch starke Gastgeber hielten die 05ER gut dagegen und erspielten sich immer wieder gefährliche Szenen, beispielsweise nach 25 Minuten, als Marc Fichtner Bobzien gut in Szene setzte, doch ein Aalener Abwehrbein war noch entscheidend dazwischen. Fichtner probierte es zehn Minuten später aus der Distanz auf das verwaiste Tor, doch Paterok war schnell genug zurückgeeilt. Als alles nach einer souveränen Halbzeitführung für die 05ER aussah, schlugen die Gastgeber doch noch zu. Zunächst verpasste Marc Kienle noch den Ausgleich gegen den stark parierenden Mohn (44.), doch mit dem Pausenpfiff entwischte der Aalener Angreifer seinem Gegenspieler Lucas Laux und verwertete eine Flanke von Botic zum eher schmeichelhaften Ausgleich.

Nicht mal eine Minute war in der zweiten Hälfte gespielt und die Aalener hatten die Partie gedreht. Im Zentrum bekamen die 05ER den Raum nicht geschlossen, den Kolja Herrmann zu einem Pass auf Alessandro Abruscia nutzte, der zur Führung für die Gastgeber einschoss (46.). Der Treffer zeigte Wirkung beim FSV, die sich nun vor allem im Spiel gegen den Ball als zu inkonsequent präsentierten und den Gastgebern zu viel Raum für ihr Umschaltspiel ließen. Nachdem Bobzien seinen Schuss aus rund acht Metern noch über das Aalener Tor gesetzt hatte, legte der VfR im Gegenzug erneut in Person von Kienle nach. Nach einer Flanke des starken Kolja Herrmann scheiterte dieser zunächst noch an Mohn, doch den zweiten Ball bugsierte er durch die Beine des FSV-Keepers und ins Mainzer Tor zur 3:1-Führung (55.). Die 05ER, die nach der Pause zweimal kalt erwischt wurden, steckten aber nicht auf und probierten weiter nach vorne zu spielen. Gefährlicher präsentierten sich allerdings in dieser Phase die Gastgeber, die durch Sean Seitz zwei Möglichkeiten ausließen, bei denen Mohn erneut sein Können zeigen konnte (61./71.).

05ER machen es nochmal spannend

Chancenlos war der 19-Jährige Torhüter der 05ER dann aber nach 80 Minuten. Auf der rechten Seite war Herrmann erneut durchgebrochen, seine Flanke auf den zweiten Pfosten erreichte Seitz, der nur noch einnicken musste und mit dem 1:4 aus FSV-Sicht den Deckel auf die Partie gemacht zu haben schien. Doch der FSV rappelte sich in den letzten Minuten nochmal auf und kam durch Wanners Rechtsschuss und den Treffer von Jung (89./90.) nochmal ran. Doch in der vierminütigen Nachspielzeit passierte außer einem Kopfball von Lucas Laux nichts mehr, es blieb beim insgesamt verdienten Aalener Heimsieg.

 

Tore: 0:1/4:2 Wanner (7./89.), 1:1 Kienle (45.). 2:1 Abruscia (46.), 3:1 Kienle (55.), 4:1 Seitz (80.), 4:3 Jung (90.+1)

Aufstellung: Mohn – Laux, Fürstner (62. Modica), Mißner – Könighaus, Sabani (62. Petö), Fichtner, Wanner – Jung (90.+1 Müller), Bobzien, Mizuta

Stimmen zum Spiel

Gaul: "Nächster Entwicklungs­schritt, solche Situationen wegzustecken"

Der U23-Cheftrainer zur Niederlage beim VfR Aalen

Mit umgebauter Dreierkette und komplett neuer Konstellation in der Angriffsreihe musste die personell gebeutelte U23 beim VfR Aalen antreten und hatte die Partie bis kurz vor der Halbzeit im Griff. Doch die beiden Nackenschläge in Form von Gegentoren kurz vor und direkt nach der Halbzeit konnte die höchste Mainzer Ausbildungsmannschaft in der Ostalb-Arena bei der 3:4-Niederlage gegen den VfR

nicht wegstecken. "Wir mussten auch heute wieder kreative Lösungen in der Aufstellung finden. Das manche Abläufe nicht immer zu 100 Prozent passen, ist dann so. Die Niederlage lag einerseits an uns selbst, aber auch am Zeitpunkt der Gegentore", sagte Cheftrainer Bartosch Gaul nach der Partie.

So hat der U23-Cheftrainer das Spiel gesehen:

"Die erste Halbzeit hatten wir bis auf die letzten zehn Minuten gut im Griff, nach dem 1:0 hatten wir sehr gute Möglichkeiten, die Führung auszubauen. Das Gegentor ist dann zu einem psychologisch sehr schlechten Zeitpunkt direkt vor dem Halbzeitpfiff gefallen, als wir einmal unaufmerksam waren. Der zweite Gegentreffer direkt nach der Pause war natürlich genauso schlecht, weil man sich in der Halbzeit etwas vornimmt, um mit Optimismus und Energie rauszukommen."

"In der Phase danach sind wir etwas geschwommen", so Gaul weiter. "Das ist aber menschlich nachvollziehbar und für uns der nächste Entwicklungsschritt, solche Situationen wegstecken zu können. Dazu waren wir noch nicht in der Lage und haben das Verteidigen vernachlässigt. Hintenraus hat die Moral gestimmt, wenn wir früher, beim Stand von 3:1, das zweite Tor gemacht hätten, hätte das nochmal einen Schub gegeben."

Weiter geht es für die U23 am kommenden Sonntag, 05. Dezember (14 Uhr) mit einem Heimspiel gegen den FC Gießen im Bruchwegstadion auf dem WOLFGANG FRANK CAMPUS.

Obere Reihe (v. li. n. re.): Dr. Tobias Nowak (Mannschaftsarzt), Marco Aumüller (Teammanager), Benno Hochhaus (Betreuer), Merlin Knoche (Video- und Spielanalyse), Bartosch Gaul (Cheftrainer), Simon Pesch (Co-Trainer), Sven Hoffmeister (Torwarttrainer), Björn Muser (Athletiktrainer), David Ackermann (Physiotherapeut)

Mittlere Reihe (v. li. n. re.): Stephan Fürstner, Felix Könighaus, Romario Roesch, Dominik Crljenec, Simon Brandstetter, Nils Gans, Juraj Hartmann, Giuliano Modica, Lucas Laux, Deniz Pehlivan, Marvin Jung, Benko Sabani, Leon Petö

Untere Reihe (v. li. n. re.): Dominik Wanner, Lukas Quirin, Tobias Mißner, Marc Fichtner, Marius Liesegang, Patrick Manthe, Tristan Mohn, Omer Hanin, Luis Kersthold, Alessio Curci, Timothé Rupil, Kaito Mizuta