Ein Volland-Tor führt Bayer 04 im Saisonfinale früh auf die Siegerstraße - Mateta bei seinem Treffer im Abseits, Edimilson mit Alu-Pech

Zum Abschluss der Saison 2019/2020 mussten sich die 05ER nach zuvor zwei aufeinanderfolgenden Siegen und geglücktem Klassenerhalt am Samstagnachmittag bei Bayer 04 Leverkusen noch einmal knapp mit 0:1 (0:1) geschlagen geben: Das frühe Tor von Kevin Volland aus der 2. Spielminute nach unnötigem Mainzer Ballverlust bedeutete dabei bereits den Treffer des Tages. Dem durchaus möglichen Ausgleich am nächsten kamen im Anschluss Jean-Philippe Mateta, desses Treffer aufgrund einer vorausgegangenen Abseitsposition nicht gegeben wurde, sowie Edimilson Fernandes, der in Schlussphase nur das Aluminium anvisierte.

Gegenüber dem Erfolg über Werder Bremen am vergangenen Wochenende hatte Achim Beierlorzer zwei Wechsel vorgenommen und für den gesperrten Jean-Paul Boëtius sowie Daniel Brosinski (Bank) Jonathan Burkardt und Aarón ins Rennen geschickt. Erstmals nach seiner schweren Knöchelverletzung aus dem August 2019 rückte zudem Stefan Bell in den Kader des FSV auf, zum Einsatz sollte das Eigengewächs, dessen Vertrag Ende des Monats ausläuft, allerdings nicht kommen.

Die Partie hatte kaum begonnen, da gaben die 05ER nach eigenem Einwurf viel zu leicht den Ball ab, Nadiem Amiri bediente Volland, der Flo Müller aus zwölf Metern keine Abwehrchance ließ – 1:0 für Bayer (2.). Einen frühen zweiten Gegentreffer verhinderte wenig später Aarón, als der Spanier eine scharfe Hereingabe vor dem eigenen Gehäuse in höchster Not klären konnte (5.). Den ersten Warnschuss für die Gäste gab Kapitän Danny Latza in der achten Spielminute ab, setzte seinen Versuch aber etwas zu hoch an, Lukas Hradecky musste nicht eingreifen. Die Rheinhessen fanden nach Leverkusens schwungvollem Beginn besser in die Partie, hatten ihre defensive Ordnung nun weitestgehend gefunden und setzten selbst hin und wieder Nadelstiche. Jonathan Burkardt gab so nach knapp 20 Minuten, nach schön vorgetragenem Angriff über den rechten Flügel, den ersten Schuss aufs Tor der Gastgeber ab (19.). Anschließend war Bayer zwar das optisch überlegene Team, in den beiden Strafräumen tat sich bis zur Pause dennoch nicht mehr viel. Zunächst traf Amiri (34.), war aber zuvor von Volland bedient worden, der im Abseits gestanden hatte, vier Minuten später versuchte es erneut der auffällige Burkardt, verzog aber aus rund 20 Metern. Es blieb beim Gang in die Katakomben bei der knappen Bayer-Führung.

Chancen auf beiden Seiten

Mit Wiederbeginn reagierten die 05ER und brachten Brosinski für Aarón. Dennoch hätte auch Durchgang zwei beinahe mit einem frühen Gegentreffer begonnen, doch Mitchell Weiser setzte das Leder nach einem Freistoß nur an den Pfosten, Müller wäre machtlos gewesen (47.). Fast im Gegenzug der Ausgleich, doch der Jubel verhallte schnell: Karim Onisiwo hatte sich durchs Mittelfeld getankt, anschließend Mateta bedient, der Hradecky überwunden, zuvor jedoch deutlich sichtbar im Abseits gestanden hatte (49.). Die nächste Großchance auf der gegenüberliegenden Seite ließ zwei Minuten später Leon Bailey liegen, als sein Schuss knapp am Pfosten vorbeistrich (51.). Nachdem einem weiterer Bayer-Treffer des Ex-05-Kapitäns Julian Baumgartinger die Anerkennung verweigert worden war (68.), bot sich Jeremiah St. Juste nach einem Eckball von Levin Öztunali die Gelegenheit auszugleichen, doch der Kopfball des Innenverteidigers flog knapp über den Querbalken (71.).

Beiden Teams war auch bis in die Schlussphase hinein anzusehen, dass sie die Saison hier keinesfalls ausklingen lassen wollten: Kai Havertz verzog in der 75. Minute aus zehn Metern nur knapp und verpasste damit die Vorentscheidung. Noch näher kam auf der gegenüberliegenden Seite der nur Sekunden zuvor eingewechselte Edimilson Fernandes, der aus 18 Metern die Latte anvisierte (85.). Die 05ER versuchten zwar noch einmal alles, doch schlussendlich war die Luft raus auf diesen letzten Metern  einer langen Saison, die der FSV nach der knappen Niederlage im Saisonfinale mit 37 Zählern auf Rang 13 beendet.

Spieldaten

Aufstellung

Stimmen zum Spiel

Danny Latza (05-Kapitän): „Am Ende war es ein Hin und Her, wir wollten noch ein Tor machen, Leverkusen auch. Ein Unentschieden wäre drin gewesen. Der Endspurt der Saison war gut. Auch heute hat man wieder gesehen, wie in den letzten Wochen, dass jeder für den anderen gelaufen ist. Die Siege gegen Dortmund und Bremen waren sehr wichtig, sonst wäre es heute ganz unangenehm geworden. Die Saison war hart mit vielen Auf und Abs, wenig Konstanz. Wir haben als Team nicht wirklich zusammengefunden. Der Dosenöffner war dann das Spiel gegen Frankfurt, ab dem Feuer drin war.“
Achim Beierlorzer (05-Trainer): „Das 0:1 bekommen wir viel zu früh, wir hätten das klären können. Eigentlich wollten wir kompromisslos agieren, das gelingt uns hier nicht. Danach müssen wir das 1:1 schießen. Wir haben zwei Mal gegen Leverkusen gut gespielt, aber keine Punkte geholt. Die Mannschaft ist mit einer hohen Eigenmotivation ins Spiel gegangen, hier einen Sieg zu holen. Für unser Gesamtziel hatte das Spiel keine Bedeutung mehr, trotzdem tut die Niederlage weh.“
Beierlorzer zur Meinung von Danny Latza: „Als Kapitän kann er diese Meinung haben. Das Wichtigste ist, fass jeder Spieler, mit allem was er hat, mit dem Verein identifiziert und voll reinhaut. Wir haben unser Minimalziel erreicht, haben aber die Saison über betrachtet, aber zu viele Momente liegen lassen, um mehr Spiele auf unsere Seite zu ziehen. Wir müssen dahin kommen, dass wir die Art und Weise der letzten Spiele in Zukunft über eine ganze Saison hinweg schaffen.“
Jonathan Burkardt (05-Stürmer): „Ich finde, wir haben relativ verdient verloren, haben uns dennoch ganz gut verkauft und hatten auch ein paar Chancen. Ich fahre jetzt nach Holland in den Urlaub. Heute Abend haben wir noch eine kleine Feier. Alkohol trinke ich keinen.“
Kunde Malong (05-Mittelfeldspieler): „Es war ein sehr intensives Spiel. Wir haben den Klassenerhalt zwar schon geschafft, wollten das Spiel dennoch gewinnen. Wir haben bis zum Ende gekämpft. Die Saison war sehr lang, jetzt werden wir die Zeit nutzen, die Köpfe frei zu bekommen, Zeit mit der Familie zu verbringen und die Saison abzuhaken.“
Kevin Volland (Bayer-Torschütze): „Mainz hatte nichts mehr zu verlieren. Das haben wir hinten raus gemerkt, als sie Druck gemacht haben. Dennoch hätten wir, vor allem in der ersten Halbzeit, den Sack zumachen können.“
Peter Bosz (Bayer-Coach): „Es war kein einfaches Spiel, es war sehr schwül, der Platz war trocken. Wir hätten das 2:0 machen können, hatten aber am Ende Glück, dass Mainz das Tor nicht gemacht hat. Unter dem Strich war der Sieg für uns denke ich aber verdient.“

Spieler in der Einzelkritik

Mannschaftsfoto Saison 2019/2020

Bayer 04-Mainz 05