Unglückliche erste Niederlage in Leverkusen

 

Mit 0:1 (0:0) hat sich der 1. FSV Mainz 05 am Sonntagnachmittag Bayer 04 Leverkusen geschlagen geben und so die erste Niederlage der Saison einstecken müssen. Es waren am Ende vermeidbare Punktverluste, die Kai Havertz nach gut einer Stunde mit dem Tor des Tages perfekt gemacht hatte. Zwar waren die Gastgeber in Durchang eins durchweg tonangebend gewesen, nach dem Seitenwechsel hatten allerdings die Gäste dominiert und hätten zumindest einen Punkt mehr als verdient gehabt. Die 05er starteteten in Leverkusen aus einer 4-3-3-Grundordnung heraus mit drei Veränderungen im Vergleich zur Startelf vom Heimsieg gegen den FC Augsburg. Stefan Bell übernahm die Position in der Innenverteidigung vom verletzten Kapitän Niko Bungert. Der wiedergenesene Jean-Philippe Gbamin feierte sein Comeback im defensiven Mittelfeld genauso wie Levin Öztunali auf dem rechten Flügel. Für beide machten die beiden unter der Woche leicht angeschlagenen Karim Onisiwo und Robin Quaison Platz.

05er verpassen es, klare Leistungssteigerung nach der Pause in Zählbares umzumünzen

Das Spiel begann mit einer echten Schrecksekunde für die Gäste. Flo Müller unterlief im Spielaufbau ein Fehlpass, den Kai Havertz aufnahm, auf Julian Brandt flankte, dessen Kopfball von Moussa Niakhaté in höchster Not geblockt werden konnte (2. Minute). War die Partie in der Anfangsphase zwar offen, hatte Bayer doch auch die nächsten Gelegenheiten, als Leon Bailey den Mainzer Kasten aus 25 Metern nur knapp verfehlte und Julian Brandt mit einem Schlenzer von der Strafraumgrenze (12., 14.) nur knapp scheiterte.

 

Die Mainzer wurden in der Folge immer mehr in die Defensive gedrängt, agierten häufig zu passiv und ließen Bayer fiel Raum für den Spielaufbau. Nach einer Flanke von Jonathan Tah setzte sich Lucas Alario im Kopfball-Duell mit Bell durch und verfehlte den linken Pfosten nur haarscharf (19.). Bayer war nun das tonangebende Team. In der 30. Minute bediente Nationalspieler Brandt Bailey, der frei durch war, von Aarón Martíns beherzter Grätsche aber entscheidend beim Abschluss gestört wurde (30.). Acht Minuten später zwang Dominik Kohr Müller aus dem Gewühl heraus mit einem satten Schuss aus zehn Metern zu einer Glanzparade (38.). Erst in der Schlussphase des ersten Durchgangs wurde der FSV stärker. Nach einem Ballgewinn der Mainzer im Anschluss an einen Leverkusener Eckball schickte Gbamin den aus der eigenen Hälfte startenden Öztunali, der von Kohr aber kurz vor dem Strafraum der Gastgeber noch vom Leder getrennt werden konnte (43.). Kurz vor der Pause dann fast die Führung für die 05er. Öztunali zog aus 20 Metern ab, Bayer-Schlussmann Lukas Hradecky ließ den Schuss prallen, doch Jonathan Burkardt brachte das Leder im Nachschuss nicht über die Linie (45.)

Quaison-Tor zählt nicht - Bayer bestraft Fehler im Spielaufbau

In der zweiten Halbzeit feierte Joker Quaison, der Burkardt ersetzte, dann einen Traumeinstand – scheinbar. Tah schoss den Schweden an, der überlupfte Hradecky und köpfte ein, doch Schiedsrichter Marco Fritz nahm den Treffer nach Sichtung des Videobeweises aufgrund eines Handspiels zurück (47.). Die 05er fanden dennoch immer besser ins Spiel. In der 52. Minute tankte sich Öztunali bis zur Grundlinie durch, doch die scharfe Hereingabe wurde im Fünfmeterraum letztlich von Wendell geklärt. Weiter ging es in diesen ersten Minuten nur in eine Richtung. Martín spielte vom linken Flügel durchstartend einen Rückpass auf Ridle Baku, dessen abgefälschten Linksschuss Hradecky jedoch entschärfen konnte (54.). Genauso wie einen 40-Meter-Versuch von Gbamin drei Minuten später, den der finnische Schlussmann gerade noch über den Querbalken lenken konnte (57.). Gerade in einer Phase, in der die Gäste alles im Griff zu haben schienen, ging Bayer dann wie aus dem Nichts in Führung. Die Mainzer klärten nach einem Ballgewinn am eigenen Strafraum nicht resolut genug. Brandt konnte von rechts unbedrängt auf Havertz flanken, der ebenso freistehend keine Mühe hatte, aus acht Metern einzuköpfen (62.).

Der FSV hatte es verpasst, aus dem starken Comeback nach der Pause Kapital zu schlagen und stand nun unter Zugzwang. Die nächste Gelegenheit ließ bis zur 72. Minute auf sich warten. Eine Martín-Ecke erreichte Mateta, dessen Kopfball aus zehn Metern aber kein Problem für Hradecky darstellte (72.). Joker Anthony Ujah versuchte es in der Schlussviertelstunde dann mal mit einem Schuss aus gut 20 Metern, bei dem sich aber zeigte, dass die Qualitäten des Torjägers eher im Strafraum des Gegners liegen (82.). In der Nachspielzeit einer Schlussphase, in der die 05er alles nach vorne warfen, war es dann erneut Ujah, der den Ausgleich auf dem Fuß hatte. Tah schmiss sich in den Schuss des Nigerianers (90.+1). Nach der darauffolgenden Ecke bediente Bell den an der Strafraumgrenze wartenden Baku, der den Ball direkt nahm, aber nicht voll erwischte, und so die letzte vieler Chancen nach dem Seitenwechsel vergab. Der FSV musste so nach zwei grundverschiedenen Durchgängen in der BayArena am 4. Spieltag eine bittere erste Saisonniederlage einstecken und empfängt nun am Mittwochabend (20.30 Uhr) den VfL Wolfsburg, der bislang ebenso wie die 05er sieben Zähler aus vier Partien eingefahren hat.

 

Spieldaten

Aufstellung

Stimmen zum Spiel

Sandro Schwarz: "Glückwunsch an Heiko und seine Team. Wir haben zwei unterschiedliche Halbzeiten gesehen. In den ersten zehn Minuten waren wir gut drin, ohne Torchancen zu kreieren. Mit dem ersten Ballverlust haben wir uns dann selbst den Stecker gezogen. Danach waren wir nicht mehr mutig genug und haben auf dem Flügel zu viel zugelassen. Zudem haben wir immer wieder zu schnell den Ball verloren und uns durchweg selbst das Leben schwer gemacht. Bayer war dadurch immer gefährlich und hatte zahlreiche Chancen. Dennoch ist uns kurz vor der Pause fast der Lucky Punch gelungen. In der Halbzeit haben wir alles angesprochen und wollten mutiger rausgehen. Das haben wir auch sehr gut gemacht und hatten saubere Angriffe mit guten Verlagerungen. In unserer besten Phase, als wir Kontrolle hatten, fiel dann das Gegentor. Wir haben weiter alles versucht, aber unsere vielen Flanken kamen immer wieder zu ungenau. Es ist heute eine ärgerliche Niederlage, denn mit der Leistung der 2. Halbzeit über 90 Minuten hätten wir etwas mitnehmen können."

Heiko Herrlich: "Die erste Halbzeit war sehr gut. Wir haben Mainz genauso erwartet, haben gut verteidigt, sind hoch angelaufen und hatten viele Balleroberungen. Die erste Chance hatte Mainz erst eine Minute vor der Pause. Da hätten wir schon führen müssen. Mit der Intensität aus Durchgang eins wollten wir weiterspielen. Aber man hat nach der Pause auch gesehen, warum Mainz schon sieben Punkte hat. Zudem hatten wir auch Kraftprobleme nach der Woche. Vor der Pause haben wir Fußball gespielt, danach dann Fußball gearbeitet. Dennoch haben wir ein schönes Tor erzielt. Der Gegner hatte viel vom Spiel, aber nicht die ganz großen Chancen. Insgesamt denke ich, dass der Sieg in Ordnung geht, auch wenn es bis zum Schluss eine Zitterpartie war."

Spieler in der Einzelkritik

Mannschaftsfoto Saison 2018/2019

DAS TEAM DER SAISON 2018/2019

 

Obere Reihe: Walter Notter (Zeugwart), Axel Busenkell (Athletiktrainer), Jonas Grünewald (Athletiktrainer), Stephan Kuhnert (Torwarttrainer), Jan-Moritz-Lichte (Co-Trainer), Sandro Schwarz (Cheftrainer), Michael Falkenmayer (Co-Trainer), Daniel Fischer (Videoanalyse), Stefan Stüwe (Physiotherapeut), Nico Hölzel (Physiotherapeut)

Mitte-Oben: Dr. Kathrin Stelzer (Ärztin), Dr. Alexander Tamm (Arzt), Ridle Baku, Jonathan Burkardt, Danny Latza, Gaetan Bussmann, Robin Quaison, Kunde Malong, Anthony Ujah, Dr. Philipp Appelmann (Arzt), Dr. Stefan Mattyasovszky (Arzt)

Mitte-Unten: Gerrit Holtmann, Niko Bungert, Stefan Bell, Moussa Niakhaté, Ahmet Gürleyen, Jean-Philippe Mateta, Aaron Seydel, Karim Onisiwo, Jean-Philippe Gbamin, Levin Öztunali

Vordere Reihe: Pablo de Blasis, Leandro Barreiro, Giulio Donati, Jannik Huth, Robin Zentner, René Adler, Florian Müller, Finn Dahmen, Alexandru Maxim, Daniel Brosinski, Phillipp Mwene

Fehlend: Emil Berggreen (Reha) Alexander Hack (Reha), Steffen Tröster (Physiotherapeut)

DFB POKAL  30./31. Oktober

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