05er legen wertvollen Zähler unter Weihnachtsbaum: Mateta kontert Demirbay früh - Mainzer bei Aluminium-Treffern im Glück

Auswärtspunkt Nummer acht hat der 1. FSV Mainz 05 am Sonntagabend bei der TSG 1899 Hoffenheim eingefahren. In einer unterhaltsamen Partie mit vier Aluminium-Treffern bracht Kerem Demirbay die Gastgeber in Führung (11.). Jeran-Philippe Mateta schlug fünf Minuten später zurück.

Sandro Schwarz vertraute im letzten Bundesliga-Spiel des Jahres 2018 beim Champions-League-Teilnehmer der gleichen Elf, die auch unter der Woche im Rhein-Main-Derby gegen Eintracht Frankfurt aufgelaufen war. Den ersten Schuss gab in der Anfangsphase Jean-Paul Boëtius ab, der Oliver Baumann aus gut 20 Metern prüfte, nachdem Daniel Brosinski einen Angriff der Gastgeber in der eigenen Hälfte unterbunden hatte (4.). Und obwohl die Mainzer auch danach gut im Spiel waren, stand es nach elf Minuten plötzlich 1:0 für die Gastgeber, die mit ihrer ersten Torannäherung gleich erfolgreich waren. Stefan Posch bediente nach einer Ecke auf dem rechten Flügel Steven Zuber, dessen Hereingabe am Elfmeterpunkt Demirbay erreichte, der sich noch um Jean-Philippe Gbamin drehte und Robin Zentner mit seinem Linksschuss keine Chance ließ. Den Ausgleich hatten die keinesfalls geschockt wirkenden 05er nur wenig später auf dem Schläger, als Mateta das Hoffenheimer Tor mit einem Versuch aus halblinker Position nach Zuspiel von Danny Latza nur knapp verfehlte (14.). Mehr Glück hatte der Torjäger dafür mit seinem nächsten Versuch: Ein Freistoßflanke von Aarón Martín wurde genau auf die Brust von Stefan Bell geklärt, von wo das Leder vor die Füße des Franzosen fiel, der aus zehn Metern humorlos abschloss und Baumann keine Chance ließ – 1:1 (16.)!

Es war eine mehr als unterhaltsame Partie einen Tag vor Heiligabend. In der 19. Minute war es erneut Boëtius, der Baumann aus 20 Metern prüfte, aber nicht genug Druck hinter den Schuss gebracht hatte. Auf der anderen Seite reagierte Zentner kurz darauf stark gegen Joshua Brenet (20.), wäre eine Minute später aber wohl machtlos gewesen. Der Ball landete nach einer abgefälschten Hereingabe eher zufällig bei Ishak Belfodil, der den rechten Pofsten liegend aus sechs Metern jedoch knapp verfehlte (21.). Beide Mannschaften begegneten sich in der ersten halben Stunde zwar auf Augenhöhe, wobei sich Chancen nun auf Seiten der Gastgeber häuften. Ein Schuss von Steven Zuber aus gut 20 Meter touchierte in der 28. Minute den Querbalken des Mainzer Gehäuses. Die nächste 05-Gelegenheit in Minute 30 hatte es dafür ebenso in sich. Zunächst zwang Robin Quaison Baumann nach einer Brosinski-Flanke zu einer Glanztat. Das Leder landete bei Latza, der den Abstauber aus Nahdistanz ans Außennetz setzte (30.). Kurz darauf dann wieder zweimal die TSG: Zunächst verhinderte Brosinski den zweiten Treffer von Demirbay mit einer beherzten Grätsche kurz vor der Torlinie (33.), dann touchierte ein Kopfball von Benjamin Hübner im Anschluss an einen Eckstoß den Pfosten (35.). Der nächste Torschrei der 05er wurde kurz vor Ablauf von Durchgang eins dann jäh vom Abseitspfiff Sascha Stegemanns unterbrochen. Nach feinem Spielzug über Latza und Quaison hatte Mateta Baumann zwar bezwungen, war jedoch einen Tick zu früh in die Gasse gestartet. Die letzte Duftmarke der ersten Halbzeit setzte dann erneut Boëtius, dessen Schlenzer den linken Pfosten haarscharf verfehlte (45.+1). Mit dem Remis ging es in die Katakomben.

Hoffenheimer Dauerdruck nach der Pause

Nicht ganz so spektakulär, aber mit dem gleichen Personal, ging es in den Minuten nach Wiederbeginn weiter. Den ersten halbwegs nennenswerten Torschuss gab in der 57. Minute Brenet ab, Zentner hatte keine Mühe und hielt den Ball sicher fest. Die 05er konzentrierten sich hingegen, nun im 5-3-2 mit Gbamin neben Bell und Hack, mehr auf eine stabile Defensive und darauf, den Gastgebern weniger Räume zu bieten. Die hatte die TSG erstmals wieder in Minute 61, als der eingewechselte Ex-Mainzer Adam Szalai das Leder an Zenter vorbeispitzelte, Aarón die brandgefährliche Situation aber vereiteln konnte. Es war die bis dato beste Phase der Hoffenheimer, die die Mainzer nun immer weiter in die eigene Hälfte zurückdrängten. Glück hatte der FSV auch beim dritten Aluminium-Treffer der TSG: Belfodil zog in der 70. Minute aus spitzem Winkel ab, und vom Oberschenkel Zentners krachte das Leder an den rechten Torpfosten. Entlastung brachte eine Minute später mal wieder eine Umschaltaktion über Latza und Brosinski. Der Schuss des rechten Außenverteidigers landete jedoch deutlich neben dem Tor der Kraichgauer (71.).

In der Schlussphase gelang es den Mainzern zwar wieder vermehrt, sich zumindest phasenweise aus der Hoffenheimer Umklammerung zu befreien, dennoch stand dieser zweite Durchgang aus FSV-Sicht nach einem ausgeglichenen ersten Durchgang im Zeichen einer Abwehrschlacht. Den Verlauf des zweiten Durchgangs auf den Kopf stellen können hätten die Gäste dann aber doch noch. Hack verlängerte einen Eckball von Aarón und Kunde verpasste zentral vor dem Gehäuse nur knapp. Bei einem schnellen Gegenstoß eine Minute später war der Abschluss des Kameruners aus 20 Metern zu unplatziert, Baumann parierte (90.). In einem verrückten Spiel traf die TSG in der 91. Minute sogar noch ein viertes Mal Aluminium, als Vincenco Grifo Zentner von der Strafraumgrenze bereits geschlagen hatte. Die Mainzer retteten einen wertvollen Auswärtspunkt über die Zeit, denn danach war Schluss mit Bundesliga-Fußball im Jahr 2018, das der FSV nach einer starken Hinrunde vor der kurzen Winterpause mit 21 Zählern aus 17 Partien auf Rang zwölf abschließt. Am 19. Januar 2019 geht es für die Mainzer mit dem Auswärtsspiel beim VfB Stuttgart weiter.

Spieldaten

Aufstellung

Stimmen zum Spiel

Sandro Schwarz (05-Trainer): "Wir wussten, dass es ein intensives Spiel wird. In der ersten Halbzeit war es ein Spiel mit einem offenen Visier. Wir haben viel investiert, hatten aber auch einige Probleme auf den Flügeln. Nach der Pause haben wir tiefer gestanden. Da war die TSG deutlich im Übergewicht. Wir mussten leidenschaftlich verteidigen und hatten sicher auch Glück. Am Ende ist es für uns ein guter Punkt. Wir sind zufrieden mit der Art und Weise wie wir auftreten. Wir haben insgesamt das Gefühl, dass wir mehr Punkte haben könnten."

Julian Nagelsmann (TSG-Trainer): "Das Spiel ist ein totales Abbild unserer Hinrunde. Viel investiert und wenig Ertrag. Demütig gesehen müssten wir insgesamt neun Punkte mehr haben. Deshalb sind wir nicht zufrieden. Das Salz in der Suppe sind die Tore. Und davon haben wir heute wieder zu wenige geschossen."
Rouven Schröder (05-Sportvorstand): "Nach dem Rückschlag sind wir ruhig geblieben und haben verdient den Ausgleich erzielt. In der zweiten Halbzeit war Hoffenheim zwar spielbestimmend, aber wir hatten auch einige gute Gelegenheiten, die wir nur besser ausspielen müssen. Insgesamt war es ein verdientes Unentschieden. Mit 21 Punkten war das für uns ein runder Abschluss."
Stefan Bell (05-Kapitän): "Vor allem in der ersten Halbzeit war das Spiel sehr offensivlastig. Teilweise haben wir da schlampig verteidigt. Nach der Pause haben wir umgestellt, dadurch wurde das Spiel etwas kontrollierter. Allerdings mussten wir auch einige Phasen aushalten mit vielen Aktionen in unserem Strafraum. Da war auch etwas Glück dabei. Wir haben es insgesamt aber trotzdem gut verteidigt."
Daniel Brosinski (05-Verteidiger): "Es war ein anstrengendes Spiel. Wir haben versucht, alles mit allen erlaubten Mitteln irgendwie zu blocken. Durch diesen Einsatz haben wir uns das Unentschieden auch verdient. Unsere eigenen Chancen haben wir leider zu unsauber ausgespielt. Trotzdem sehen wir, dass wir mehr Lösungen im eigenen Ballbesitz haben im Vergleich zur vergangenen Saison. Es macht im Moment wirklich Spaß mit der Mannschaft."
Danny Latza (05-Spieler): "Wir sind froh, dass wir hier einen Punkt geholt haben. In der vergangenen Saison hätten wir in so einem Spiel wahrscheinlich gar keinen Punkt geholt. Das zeigt aber auch unsere Entwicklung. Wir sind konstanter geworden und als Mannschaft nach der letzten Saison noch einmal zusammengewachsen."

Spieler in der Einzelkritik

Mannschaftsfoto Saison 2018/2019

DAS TEAM DER SAISON 2018/2019

 

Obere Reihe: Walter Notter (Zeugwart), Axel Busenkell (Athletiktrainer), Jonas Grünewald (Athletiktrainer), Stephan Kuhnert (Torwarttrainer), Jan-Moritz-Lichte (Co-Trainer), Sandro Schwarz (Cheftrainer), Michael Falkenmayer (Co-Trainer), Daniel Fischer (Videoanalyse), Stefan Stüwe (Physiotherapeut), Nico Hölzel (Physiotherapeut)

Mitte-Oben: Dr. Kathrin Stelzer (Ärztin), Dr. Alexander Tamm (Arzt), Ridle Baku, Jonathan Burkardt, Danny Latza, Gaetan Bussmann, Robin Quaison, Kunde Malong, Anthony Ujah, Dr. Philipp Appelmann (Arzt), Dr. Stefan Mattyasovszky (Arzt)

Mitte-Unten: Gerrit Holtmann, Niko Bungert, Stefan Bell, Moussa Niakhaté, Ahmet Gürleyen, Jean-Philippe Mateta, Aaron Seydel, Karim Onisiwo, Jean-Philippe Gbamin, Levin Öztunali

Vordere Reihe: Pablo de Blasis, Leandro Barreiro, Giulio Donati, Jannik Huth, Robin Zentner, René Adler, Florian Müller, Finn Dahmen, Alexandru Maxim, Daniel Brosinski, Phillipp Mwene

Fehlend: Emil Berggreen (Reha) Alexander Hack (Reha), Steffen Tröster (Physiotherapeut)

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