Auswärtssieg!  05er  bezwingen  Freiburg

Gbamin, Mateta & Joker Onisiwo treffen im Breisgau

Den ersten Auswärtsdreier der Saison hat der 1. FSV Mainz 05 am elften Spieltag dank eines 3:1 (2:0)-Erfolgs beim SC Freiburg einfahren können. Dabei stellten die Gäste die Weichen in der Anfangsphase durch Tore von Jean-Philippe Gbamin (6.) und Namensvetter Mateta (18.) früh auf Sieg. Den Anschlusstreffer von Roland Sallai (72.) im zweiten Durchgang konterte Karim Onisiwo drei Minuten später (75.).

 

Sandro Schwarz hatte im Breisgau, getreu dem Motto "never change a winning team", der gleichen Elf wie beim Heimsieg gegen Werder Bremen am vergangenen Wochenende das Vertrauen geschenkt. Im Kader gab es lediglich eine Veränderung, der wieder einsatzbereite Phillipp Mwene rückte für Gaetan Bussmann auf.

 

Und den Rückenwind aus dem dritten Heimsieg nahmen die 05er nahtlos mit in die Partie im Schwarzwald-Stadion. Folgerichtig fiel, resultierend aus einer drückenden Überlegenheit in den Anfangsminuten, bereits in der sechsten Spielminute der Führungstreffer für den FSV. Gbamin nahm ein Zuspiel von Daniel Brosinski 30 Meter vor dem Kasten der Gastgeber auf, lief einige Meter und fasste sich ein Herz: Der Schuss aus mehr als 20 Metern schlug unhaltbar für den Freiburger Torhüter Alexander Schwolow im linken unteren Eck ein. Der Ivorer hatte somit erstmals in seiner Karriere in zwei aufeinanderfolgenden Bundesliga-Partien getroffen, Brosinski seinerseits zu diesem Zeitpunkt damit die letzten vier Treffer der Mainzer vorbereitet. Weiter ging es auch anschließend fast nur in eine Richtung. Vier Minuten nach der Führung prüfte Kunde Malong Schwolow mit einem nicht minder strammen Abschluss, den der Torhüter diesmal abwehren konnte (10. Minute). Auch die nächste Chance gehörte den Gästen, als Mateta eine scharfe Flanke von Robin Quaison nur knapp verfehlte (15.). Das auch schon zu diesem frühen Zeitpunkt verdiente 2:0 fiel dennoch nur kurz darauf. Jean-Paul Boetius schaltete nach einer abgewehrten 05-Ecke am schnellsten, flankte butterweich auf Mateta, der ebenfalls erstmals an zwei aufeinanderfolgenden Spieltagen jubeln durfte. Der gefühlvolle Kopfball schlug platziert und unhaltbar im rechten Toreck ein (18.).

 

Wenig später reagierte Freiburg-Trainer Christian Streich und stellte auf ein 3-5-2 um, aus dem heraus die Gastgeber die Partie nun etwas offener gestalten konnten und vor der Pause zumindest eine Gelegenheit hatten, das Ergebnis freundlicher zu gestalten. Das wusste jedoch Robin Zentner zu verhindern, der in dieser Szene einen ganz starken Reflex nach einem Kopfball von Nicolas Höfler aus acht Metern auspackte (27.). Ansonsten blieben weitere Großchancen bis zur Pause auf beiden Seiten Mangelware, so dass die 05er die verdiente Führung mit in die Katakomben nahmen.

Druckphase der Gastgeber nach der Pause - Onisiwo macht alles klar

Auch nach dem Seitenwechsel erwischten die Gäste den besseren Start. Boetius bediente bei einem schnellen Gegenstoß Mateta, dessen Abschluss aber am kurzen Eck vorbeirauschte (48.). Rund 60 Sekunden später dann eine kuriose Szene, in der Quaison die Vorentscheidung hätte erzielen können: Schwolow rutschte ein langer Ball durch die Handschuhe, das Leder landete vor den Füßen des Schweden, der aber zu spät reagierte, um das Leder im verwaisten Gehäuse unterzubringen (49.). In der 54. Minute hatte der FSV seinerseits das Glück auf seiner Seite, als ein Kopfball des völlig frei vor Zentner auftauchenden Höfler den rechten Pfosten nur knapp verfehlte. Keine Mühe hatte Zentner bei einem Kopfball von Dominique Heintz im Anschluss an einen Eckstoß (62.), wäre aber wohl machtlos gewesen, wäre Brosinski in Minute 2 nicht hellwach gewesen. SCF-Joker Sallai hatte im Anschluss an einen Flankenlauf vor das Tor geflankt, wo der 05-Rechtsverteidiger in höchster Not vor dem einschussbereiten Luca Waldschmidt klären konnte.

Erstmals wieder gefährlich vor dem Tor der Gastgeber wurde es dann sechs Minuten später. Der eingewechselte Onisiwo legte ab in den Lauf von Danny Latza, der aber von der Strafraumgrenze an Schwolow scheiterte (70.). Während Latza so die Vorentscheidung verpasst hatte, gelang Freiburg beim nächsten Angriff der Anschlusstreffer. Nach einer Flanke von Christian Günter scheiterte zwar Waldschmidt zunächst an Zentner, doch Sallai staubte zum 1:2 ab, das – zumindest kurzzeitig – für Spannung in der Schlussphase sorgen sollte. Beeindrucken ließen sich die Mainzer davon jedoch keinesfalls, sondern schlugen nur drei Minuten später eiskalt zurück. Nach einer Ecke konnten die Gastgeber das Leder nicht entscheidend klären, Onisiwo bedankte sich und stellte mit einem überlegten Linksschuss den alten Abstand wieder her – das zweite Bundesliga-Tor des Österreichers! Glück hatten die 05er anschließend noch einmal, als Waldschmidt sich durchtankte, aber den Ball aus kurzer Distanz zwar an Zentner, aber auch am Kasten vorbeischob (80.). Die große Schlussoffensive der Freiburger blieb danach aus. Der FSV feierte damit im fünften Auswärtsspiel einen nicht unverdienten Auswärtssieg, der nach einer überragenden Anfangsphase nach dem Anschlusstreffer nur kurzzeitig in Gefahr geraten war. Damit geht der FSV mit nun 15 Zählern aus elf Partien auf einem Platz im gesicherten Mittelfeld rangierend in die dritte Länderspielpause der Saison. In zwei Wochen gastiert dann Borussia Dortmund (24. November, 15.30 Uhr) in der OPEL ARENA.

 

Spieldaten

Aufstellung

Stimmen zum Spiel

Sandro Schwarz (05-Trainer): „In den ersten 30 Minuten haben wir herausragend Fußball gespielt und top verteidigt, die Führung war folgerichtig. Wir hatten das Gefühl, dass in den ersten 30 Minuten noch das ein oder andere Tor mehr hätte fallen können. Mit der Systemumstellung von Freiburg haben wir etwas gebraucht, Freiburg hat viel Druck gemacht, das hat sich auch fortgesetzt in der zweiten Halbzeit. Da haben sie eine gute spielerische Qualität gezeigt. Auch das 2:1 war dann folgerichtig. Das dritte Tor von uns war zum richtigen Zeitpunkt. Wir wissen, dass das hier nochmal brennen kann und nochmal gefährlich werden kann. Wenn du die 90 Minuten siehst, war es ein verdienter Sieg.“

 

Christian Streich (Freiburg-Trainer): „Ich weiß, wie gut Mainz ist. Und Mainz wird noch besser werden, weil sie talentierte Spieler haben. Mainz hatte eine super Tagesform, aber wir waren nicht aggressiv genug und nicht sicher genug mit dem Ball. Wir hätten schon noch das ein oder andere Tor machen können. Wir waren nicht immer glücklich heute, aber andere waren auch nicht immer glücklich heute. Da will ich nicht weiter darauf eingehen. Aber dadurch kam Unruhe in das Spiel. Wir haben das Spiel in den ersten 30 Minuten gegen starke Mainzer verloren.“

 

Karim Onisiwo (05-Torschütze): „Es war ein hitziges Spiel bis zum Ende. Nach dem 3:1 war die Luft draußen und wir haben uns gedacht, dass wir es sicher über die Zeit bringen können. Freiburg war in der zweiten Halbzeit stark, da ist uns das dritte Tor sehr gelegen gekommen. Ich wollte unbedingt mal wieder ein Tor schießen, ich bin froh, dass das geklappt hat. Jetzt gehen wir entspannt in die Länderspielpause.“

 

Jean-Philippe Mateta (05-Torschütze): „Es hat heute geklappt, weil wir die Tore gemacht haben und nicht aufgegeben haben. Unser Ziel war es, sich nicht hängen zu lassen und von Anfang an konzentriert zu Werke zu gehen. Wir wussten, dass Freiburg mit den Fans im Rücken immer nochmal aufkommen kann, aber wir haben nie an uns gezweifelt. Mit meiner eigenen Leistung bin ich auch zufrieden Ich musste recht früh raus, weil ich mich so verausgabt hatte. Ich war einfach platt. Ich habe die Pfiffe der Freiburger Fans gehört, aber ich habe einfach versucht, mich auf die Mainzer Fans zu konzentrieren.“

 

Robin Zentner (05-Torwart): „Wir haben gut ins Spiel gefunden, haben bis zur 30. Minute sehr, sehr dominant gespielt. Gefühlt sind in dieser Phase 80 Prozent der freien Bälle bei uns gelandet. Freiburg hat in der zweiten Halbzeit gezeigt, dass sie bei hohen Bällen in den Strafraum gut sind. Sie waren dann auch immer mit drei, vier Spielern in der Box. Aber wir waren immer eng dran, auch wenn knappe Dinger dabei waren. Das Gegentor werde ich mir noch zwei, drei Mal anschauen. Da war ich dran, deshalb war es ärgerlich. Jetzt haben wir zwar eine Woche Pause, dürfen aber den Fokus dennoch nicht verlieren.“

 

Rouven Schröder (05-Sportvorstand): „Am Ende des Tages war es ein verdienter Sieg. Wir haben in der ersten Halbzeit mit die beste Auswärtsleistung gezeigt, sind sehr dominant gewesen, haben uns auch mit zwei schönen Toren belohnt. Freiburg war sichtlich beeindruckt. Dass Freiburg dann aufkommt und viele lange Bälle in die Box spielt, war klar. Wir haben es aber gut verteidigt. Die Mannschaft hat sich belohnt. Es war ein wichtiger Auswärtsdreier, und die Art und Weise gibt uns auch wichtige Signale.“

Spieler in der Einzelkritik

Robin Zentner Note: 2
Hielt in mehreren Szenen hervorragend und war auch vor dem Gegentor beim ersten Schuss am Ball.
Daniel Brosinski Note: 3
Er rackerte und hielt auch seine rechte Abwehrseite weitgehend geschlossen. Zeigte wichtige Rettunsgsaktionen.
Stefan Bell Note: 4
Hatte in der Startphase zwei Fehlpässe im Spielaufbau. Wirkte bis zur Pause defensiv sicher, war aber gegen die Freiburger in der zweiten Halbzeit häufig nur zweiter Sieger.
Moussa Niakhaté Note: 3
In der ersten halben Stunde kam an dem Verteidiger niemand vorbei. Danach mit der ein oder anderen Unsicherheit.
Aarón Martin Note: 4
Über seine Seite liefen viele Freiburger Angriffe, zum Teil mit Erfolg. Seine Flanken gingen meist zu weit.
Kunde Malong Note: 3
In der ersten Halbzeit enorm präsent im Zentrum, auch mit einigen starken Offensivszenen. Baute später ab.
Jean-Philippe Gbamin Note: 2
Der Mittelfeldspieler hat sein Formtief überwunden. Er schoss das 1:0, machte die Räume dicht und legte mit Abstand die meisten Sprints hin.
Danny Latza Note: 3
Manchmal ließ er Aarón auf der linken Verteidigerseite zu alleine. Ansonsten zeigte er eine überzeugende Leistung, war laufstark und zweikampfstark.
Jean-Paul Boetius Note: 3
Bereitete das 2:0 vor, lief in der Anfangsphase stark gegen die Freiburger Verteidiger an und hatte gute individuelle Aktionen. War mit zunehmender Spielzeit aber weniger zu sehen.
Jean-Philippe Mateta Note: 3
Traf mit einem herausragenden Kopfball zum 2:0, tauchte ab der 30. Minute aber weitgehend ab.
Robin Quaison Note: 4
Schwächster 05-Offensivspieler in Freiburg. Verdaddelte zwei große Chanen (49., 60.).
Karim Onisiwo Note: 0
Vertändelte nach seiner Einwechslung (64.) zunächst eine Konterchance (70.), traf dann aber nach entschlossenem Einsatz zum 3:1.
Phillipp Mwene Note: 0
Ersetzte in der Offensive ab der 82. Minute Boetius.
Alexander Hack Note: 0
Kam in der 87. Minute für Quaison und half, als dritter Innenverteidiger das 3:1 über die Zeit zu bringen.
Im Kader:
Jannik Huth, Levin Öztunali, Alexandru Maxim, Anthony Ujah.

Mannschaftsfoto Saison 2018/2019

DAS TEAM DER SAISON 2018/2019

 

Obere Reihe: Walter Notter (Zeugwart), Axel Busenkell (Athletiktrainer), Jonas Grünewald (Athletiktrainer), Stephan Kuhnert (Torwarttrainer), Jan-Moritz-Lichte (Co-Trainer), Sandro Schwarz (Cheftrainer), Michael Falkenmayer (Co-Trainer), Daniel Fischer (Videoanalyse), Stefan Stüwe (Physiotherapeut), Nico Hölzel (Physiotherapeut)

Mitte-Oben: Dr. Kathrin Stelzer (Ärztin), Dr. Alexander Tamm (Arzt), Ridle Baku, Jonathan Burkardt, Danny Latza, Gaetan Bussmann, Robin Quaison, Kunde Malong, Anthony Ujah, Dr. Philipp Appelmann (Arzt), Dr. Stefan Mattyasovszky (Arzt)

Mitte-Unten: Gerrit Holtmann, Niko Bungert, Stefan Bell, Moussa Niakhaté, Ahmet Gürleyen, Jean-Philippe Mateta, Aaron Seydel, Karim Onisiwo, Jean-Philippe Gbamin, Levin Öztunali

Vordere Reihe: Pablo de Blasis, Leandro Barreiro, Giulio Donati, Jannik Huth, Robin Zentner, René Adler, Florian Müller, Finn Dahmen, Alexandru Maxim, Daniel Brosinski, Phillipp Mwene

Fehlend: Emil Berggreen (Reha) Alexander Hack (Reha), Steffen Tröster (Physiotherapeut)

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