Führung durch Gbamin reicht nicht aus - FSV beendet Saison auf Rang 14

Nach zuletzt zwei ganz wichtigen Siegen in Serie musste der 1. FSV Mainz 05 am Samstagnachmittag am letzten Spieltag der Saison 2017/2018 nochmal eine Heimniederlage einstecken. Gegen Werder Bremen unterlagen die 05er trotz früher Führung mit 1:2 (1:1). Nach dem 1:0 durch Gbamin (12.) drehten Florian Kainz (23.) und Theodor Gebre Selassie (80.) die Partie, so dass der FSV die Saison auf Rang 14 beendet. Eine Woche nach dem geglückten Klassenerhalt hatte Sandro Schwarz sein Team auf einer Position verändern müssen. Für den an muskulären Problemen im Rücken leidenden Abdou Diallo rückte Giulio Donati zurück in die defensive Viererkette, Daniel Brosinski dafür wieder auf die linke Seite.

Die Partie in der ausverkauften OPEL ARENA begann verhalten, so dass die erste Chance rund neun Minuten auf sich warten ließ. Dann stieß Ridle Baku über links bis zur Grundlinie durch, doch Pablo De Blasis verpasste die Hereingabe knapp. Nach der darauffolgenden Ecke wurde der Nachschuss von Levin Öztunali kurz vor der Torlinie geblockt. Dennoch durfte der rot-weiße Anhang nur wenig später jubeln. Wieder hatte sich Baku, diesmal über rechts und nach schönem Doppelpass mit Donati, durchgesetzt, die Flanke erreichte Gbamin, dem von der Strafraumgrenze aus technisch perfekt mit links sein erstes Bundesliga-Tor gelang (12.). Danach taten sich die Mainzer schwer sich aus der zunehmenden Bremer Umklammerung zu befreien, so dass der Ausgleich in der 23. Minute folgerichtig fiel. Nach einer Flanke von Maximilian Eggestein aus dem rechten Halbfeld sah sich Kainz am zweiten Pfosten sträflich alleingelassen und schob zum 1:1 ein. Ein kleiner Weckruf für den FSV, der sich im Anschluss defensiv wieder konzentrierter präsentierte und in der Schlussphase des ersten Durchgangs auch wieder eigene Gelegenheiten verzeichnete. Zunächst landete eine Direktabnahme von Gbamin nach einer weiteren Baku-Flanke deutlich über dem Werder-Kasten, dann scheiterte Yoshinori Muto am kurzen Pfosten lauernd nach einem schönen Spielzug über Öztunali und Donati nach der präzisen Hereingabe des Italieners nur knapp (45.). Den Schlusspunkt setzte Sekunden später wieder der Japaner, dessen Direktabnahme nach einem Brosinksi-Einwurf ebenfalls über dem Querbalken landete (45.+1).

Öztunali an die Latte

Nach dem Seitenwechsel hatten die Gäste zunächst die besseren Torchancen. Erst verzog Max Kruse zwei Minuten nach Wiederanpfiff aus aussichtsreicher Position (47.), sieben Minuten später zeigte Florian Müller gegen einen abgefälschten Freistoß des ehemaligen Nationalspielers eine Klasse-Parade (54.). Im direkten Gegenzug meldeten sich dann aber auch die 05er wieder zurück im Spiel, als der Versuch von Öztunali aus 18 Metern nach Zuspiel von De Blasis krachend an der Latte landete (55.). Beiden Teams war in dieser Phase kaum anzumerken, dass die Partie sportlich allenfalls noch statistischen Wert besaß. Nach 68 Minuten schickte erneut De Blasis den kurz zuvor eingewechselten Gerrit Holtmann auf die Reise, der jedoch beim Abschluss in letzter Sekunde entscheidend gestört worden konnte (68.). Auf der gegenüberliegenden Seite hingegen rauschte ein strammer Schuss von Marco Friedl aus gut 25 Metern knapp am rechten Pfosten vorbei (69.).

In der 79. Minute schlugen die Gäste mit ihrer nächsten Gelegenheit dann aber erneut zu, weil wie schon beim Ausgleichstreffer der zweite Pfosten des Kastens von Müller unbesetzt gewesen war. Eine Ecke von Kainz fand Gebre Selassie, und der Außenverteidiger ließ dem Schlussmann des FSV aus kurzer Distanz per Kopf keine Chance. Die 05er waren nochmal gefordert, aber ein Schlenzer von Robin Quaison landete deutlich neben dem Werder-Kasten (84.). Zumindest der eine Punkt sollte es zum Saisonabschluss vor heimischem Publikum sein. Die ganz große Gelegenheit, diesen zu sichern, hatte dann in der Nachspielzeit Muto, dessen Kracher aus zwölf Metern aber nur am Pfosten des Bremer Gehäuses landete, so dass unter dem Strich eine Heimniederlage zum Saisonabschluss blieb, die die Freude über den erfolgreichen Endspurt und den abermals geglückten Klassenerhalt nicht mehr trüben konnte. Denn die große Party auf dem Vorplatz der OPEL ARENA anlässlich des zehnten Bundesliga-Jahrs in Serie in der Saison 2018/2019 sollte erst beginnen.

Spieldaten

Aufstellung


Stimmen zum Spiel

Sandro Schwarz (05-Trainer): „Man hat uns über 90 Minuten angemerkt, dass die letzte mentale Frische gefehlt hat. Nach dem Führungstreffer hatten wir auch nicht mehr die Schärfe drin. Das Ergebnis ist ärgerlich, wir haben alles versucht, einen guten Abschluss zu haben. Das ist uns nicht gelungen. Aber die Freude und der Klassenerhalt, den wir uns in den vergangenen Wochen erkämpft haben, überwiegen.“

Florian Kohfeldt (Werder-Trainer): „Ganz herzlichen Glückwunsch an Mainz 05 zum Klassenerhalt. Hoher Respekt, wie sie das hinbekommen haben. Zu diesem Spiel: Ich kann nur in höchsten Tönen von meiner Mannschaft sprechen. Es war ein intensives Spiel. Insgesamt Riesenkompliment an meine Mannschaft mit keinem ganz unverdienten Sieg für uns.“

Pablo de Blasis (05-Spieler): „Wir haben schlecht gespielt, Werder war besser als wir. Wir haben schon an den Urlaub gedacht. Ich habe zu den Fans gesagt: Danke für alles! Und dass sie sehr wichtig für uns waren, dass wir in der Ersten Liga bleiben. Die eine Sache ist der Wunsch, den ich habe. Ich habe noch ein Jahr einen Vertrag. Heute war das letzte Saisonspiel, mehr weiß man nicht. Ich habe mich nicht von den Fans verabschiedet, weil es ja noch nichts Offizielles gibt. Im Moment habe ich noch keine anderen Angebote.“

Jean-Philippe Gbamin (05-Spieler): „Mein Plan ist es, erstmal Ferien zu machen. Vielleicht auf die Bahamas. Ich weiß nicht, was die Zukunft bringt. Wir werden nach der Saison Gespräche führen. Und dann sehen wir, was passiert. Ich wollte die Saison anständig beenden. Und das ist das, was ich mit dem Tor getan habe. Es war eine komplizierte Saison, aber zum Schluss haben wir unser wahres Gesicht gezeigt und wichtige Spiele gewonnen.“

Nigel de Jong (05-Spieler): „Klar wollten wir heute gewinnen. Das hat leider nicht geklappt, aber im Endeffekt sind wir nächstes Jahr wieder in der Bundesliga. Ich hoffe, dass ich auch dabei bin. Ich muss gucken, was wir jetzt machen und ein Gespräch mit Rouven führen. Dann werde ich meine Optionen nebeneinanderlegen und gucken, was das Beste für mich ist. Denn ich bin auch nicht mehr der Jüngste. Aber meine Absicht ist es, in Mainz zu bleiben. Es ist noch ein langer Sommer, um Entscheidungen zu treffen.“

Alexander Hack (05-Spieler): „Wir waren ja nur bis Mittwochfrüh auf Ibiza und haben zwei Tage gefeiert, ich denke, das hatte keine Auswirkungen auf heute. Wir waren gut im Spiel drin, waren dann aber ein bisschen zu nachlässig in manchen Situationen und unkonzentriert. So fängt man auch zwei Tore gegen Bremen. Dass wir am letzten Spieltag nicht mehr wollen, hat man uns nicht angesehen. Klar waren die letzten Wochen intensiv und der Druck ist ein Stück weit abgefallen. Aber wir wollten das letzte Heimspiel unbedingt gewinnen.“

Rouven Schröder (05-Sportvorstand): „Das war eine unnötige Niederlage, das hätten wir nicht verlieren müssen. Aber ich will nicht zu viel über die Niederlage reden. Unterm Strich haben wir es geschafft. Ich bin zufrieden. In ein, zwei Tagen geht es wieder volle Fahrt in Richtung neue Saison. Es ist für Mainz 05 nichts Neues, wenn Spieler den Verein verlassen.“

Spieler in der Einzelkritik

Florian Müller

Bei den Gegentoren ohne Chance. Dafür mit starker Fußabwehr nach einem abgefälschten Kainz-Freistoß (53.). Note: 3

Giulio Donati

Machte seine Sache bei seiner Rückkehr in die Startelf ordentlich. Ließ Kainz allerdings vor dem 1:1 aus den Augen (23.). Immer wieder mit guten Flanken auch am Spiel nach vorne beteiligt. Note: 3

Stefan Bell

Sah beim ersten Gegentor nicht allzu gut aus. Leistete sich außerdem den ein oder anderen Fehlpass. Eine der schwächeren Partien des Kapitäns. Note: 4

Alexander Hack

Klärte zweimal in brenzligen Situationen. Ansonsten nicht ganz so präsent wie in den letzten Partien. Was aber nicht am Ibiza-Trip lag, wie der Innenverteidiger versicherte. Note: 3

Daniel Brosinski

Lieferte gute Vorlagen auf Muto (32.) und de Blasis ab (45). Arbeitete auch nach hinten gut mit. Note: 3

Jean-Philippe Gbamin

Der Franzose erzielte sein erstes Tor für die 05er (12.). Baute danach allerdings ab und erlaubte sich einige Fehlpässe. Note: 3

Nigel de Jong

Vor der Pause sehr präsent im Zentrum. Musste in der 52. Minute für Maxim raus. Note: 3

Levin Öztunali

Hatte eine gefährliche Aktion, als er die Latte traf (56.). Ansonsten unauffällig und in der 62. Minute ausgewechselt. Note: 4

Ridle Baku

Statt erneut selbst zu treffen, bereitete er dieses Mal das 1:0 vor. Tankte sich immer wieder durchs Mittelfeld durch. Einer der auffälligsten 05er. Note: 2

Pablo de Blasis

Der Argentinier konnte nicht an seine guten Leistungen der letzten Partien anknüpfen. Von den Fans dennoch gefeiert. Note: 4

Yoshinori Muto

Traf in der Nachspielzeit den Pfosten und hatte zwei weitere Gelegenheiten per Kopf und per Fuß (45.) kurz vor der Pause. Note: 3

Alexandru Maxim

Kam für den Jong ins Spiel, konnte die Mainzer Offensive jedoch nicht ankurbeln. Note: 5

Gerrit Holtmann

Nach seiner Einwechslung (62.) direkt mit einer guten Gelegenheit, bei der allerdings zu lange wartete (68.). Schoss in der Nachspielzeit nochmal übers Tor. Note: 0

Robin Quaison

Der Schwede gab noch einen Torschuss ab, verzog diesen aber völlig. Note: 0

Mannschaftsfoto Saison 2017/2018

 

Obere Reihe: Walter Notter (Zeugwart), Axel Busenkell (Athletiktrainer), Jonas Grünewald (Athletiktrainer), Stephan Kuhnert (Torwarttrainer), Sandro Schwarz (Cheftrainer), Jan-Moritz-Lichte (Co-Trainer), Michael Falkenmayer (Co-Trainer), Stefan Stüwe (Physiotherapeut), Steffen Tröster (Physiotherapeut), Nico Hölzel (Physiotherapeut)

Mitte-Oben: Dr. Kathrin Stelzer (Ärztin), Dr. Alexander Tamm (Arzt), Viktor Fischer, Fabian Frei, Danny Latza, Gaetan Bussmann, Robin Quaison, Yoshinori Muto, Dr. Philipp Appelmann (Arzt), Dr. Stefan Mattyasovszky (Arzt)

Mitte-Unten: Gerrit Holtmann, Niko Bungert, Stefan Bell, Alexander Hack, Leon Balogun, Kenan Kodro, Aaron Seydel, Emil Berggreen, Karim Onisiwo, Jean-Philippe Gbamin, Suat Serdar

Vordere Reihe: Pablo de Blasis, Jairo Samperio, José Rodriguez, Giulio Donati, Robin Zentner, Jannik Huth, René Adler, Florian Müller, Alexandru Maxim, Marin Sverko, Philipp Klement, Daniel Brosinski

Fehlend: Levin Öztunali (8 – verlängerter Urlaub wegen Nationalmannschaftseinsatz)

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