Öffentliches Training

Trainingsgelände am Bruchwegstadion

De Blasis mit dem Tor des Tages

05er feiern wichtigen Heimsieg & 500. Bundesliga-Treffer gegen Hertha BSC

Zum Ende der englischen Woche konnte sich der 1. FSV Mainz 05 gegen Hertha BSC dank eines umkämpften 1:0 (0:0)-Heimsiegs mit dem zweiten dreifachen Punktgewinn der Saison belohnen. Den Treffer des Tages zum so eminent wichtigen Erfolg erzielte Pablo de Blasis per Foulelfmeter nach 57 Minuten. 05-Trainer Sandro Schwarz hatte nach der Heimniederlage gegen Hoffenheim vier Veränderungen vorgenommen. Der wiedergenesene Abdou Diallo rückte für Leon Balogun in die defensive Dreierreihe, Fabian Frei ersetzte Suat Serdar und Pablo De Blasis sowie Alexandru Maxim verdrängten Viktor Fischer und Levin Öztunali.

 

Die Anfangsphase gestaltete sich, ganz anders als noch drei Tage zuvor, recht verhalten. Schwarz hatte im Vorfeld bereits angekündigt, dass sein Team Geduld brauchen würde. Er sollte Recht behalten. Hertha stand dicht gestaffelt und bot den 05ern zunächst wenig Entfaltungsspielraum. Den ersten Schreckmoment mussten nach acht Minuten die 05er verdauen. Jean-Philippe Gbamin sprang der Ball bei der Annahme zu weit vom Fuß, doch René Adler war hellwach und klärte vor Salomon Kalou. Ansonsten tat sich vor beiden Gehäusen lange Zeit nicht viel, so dass zunächst Standardsituationen herhalten mussten. Einen Freistoß aus rund 20 Metern Torentfernung setzte Daniel Brosinski nach Foulspiel an Alexandru Maxim in die Mauer (20.). Und nach einer Maxim-Ecke verlängerte Pablo de Blasis am kurzen Pfosten lauernd auf Yoshinori Muto, der aber im letzten Moment von Marvin Plattenhardt geblockt wurde (21.). Es war weiterhin viel Stückwerk in diesem ersten Durchgang. De Blasis zielte bei einem Abschluss aus gut 20 Metern zu ungenau und nach einem schönen Spielzug über Diallo, Gbamin und Giulio Donati, der auf Muto flankte, köpfte der Japaner am linken Pfosten vorbei (36.). Viel mehr tat sich danach nicht mehr. Nach 45 Minuten ohne viele Höhepunkte ging es mit einem torlosen Remis in die Pause.

De Blasis vom Punkt

Danach kamen die Gastgeber bissiger aus der Kabine. Donati flankte nach 50 Minuten, doch Fabian Frei brachte nicht genug Druck hinter seinen Kopfball, Jarstein parierte sicher. In der 54. war es dann aber soweit: Muto kam bei einem Zweikampf mit Karim Rekik im Strafraum zu Fall, das Spiel lief zunächst weiter, bevor Schiedsrichter Tobias Stieler den Videobeweis heranzog und auf den Punkt zeigte - eine 50:50-Entscheidung. De Blasis war das herzlich egal. Der Argentinier versenkte den fälligen Elfmeter nach 57 Minuten in die untere rechte Ecke. Hertha-Keeper Rune Jarstein hatte das Leder mit den Fingerspitzen berührt. Das 500. Tor in der Bundesliga-Geschichte des FSV! Die Gäste brauchten in der Folge einen Moment, um sich vom Rückstand zu erholen. In der 67. Minute bot sich dann aber Kapitän Vedad Ibisevic die hundertprozentige Gelegenheit, um auszugleichen. Fabian Lustenberger hatte den Torjäger in die Gasse geschickt, doch Ibisevic versagten freistehend vor dem sich groß machenden Adler die Nerven – vorbei. Die Mainzer stellten das Offensivspiel mit der Führung im Rücken aber keinesfalls ein, sondern setzten immer wieder Nadelstiche. So rauschte eine Direktabnahme von De Blasis nur knapp am Pfosten vorbei (71.). 

Fünf Minuten später war es ein Gewaltschuss des eingewechselten Suat Serdar, der den Hertha-Keeper vor Probleme stellte (76.). Mächtig strecken musste sich auf der gegenüberliegenden Seite dann auch 05-Schlussmann Adler bei einem platzierten Abschluss des ebenfalls eingewechselten Valentin Stocker (83.). Die Partie lebte auch in der Schlussphase von der Spannung. Nach Zuspiel von de Blasis hatte Donati die Entscheidung auf dem Fuss, seine Direktabnahme landete aber knapp neben dem Kasten (87.). Kurz vor Ablauf der 90 Minuten sah dann Ibisevic auf Seiten der Berliner die Rote Karte wegen Reklamierens. Die 05er retteten die knappe Führung über die Zeit, hielten hinten erstmals die Null und schrauben ihr Punktekonto dank des zweiten Saisonsieges auf sechs Zähler hoch. Ganz wichtig für das Selbstvertrauen vor dem Wiedersehen mit Ex-Trainer Martin Schmidt am kommenden Wochenende (Anpfiff am Samstagnachmittag: 15:30 Uhr).

1. FSV Mainz 05

Aufstellung:

Adler (1), Diallo (4), Bell (16), Gbamin (25), Brosinski (18), Latza (6), Donati (2), Frei (20), Muto (9), De Blasis (32), Maxim (10)

Einwechslungen:

59. Öztunali für Maxim
69. Serdar für Frei
87. Fischer für Muto

Reservebank:

Kodro (19), Fischer (14), Balogun (3), Serdar (23), Öztunali (8), Zentner (27), Quaison (7)

Trainer:

Sandro Schwarz

 

Hertha BSC

Aufstellung:

Jarstein (22), Langkamp (15), Plattenhardt (21), Rekik (4), Weiser (23), Lustenberger (28), Leckie (11), Skjelbred (3), Duda (10), Kalou (8), Ibisevic (19)

Einwechslungen:

60. Darida für Skjelbred
72. Esswein für Leckie
72. Stocker für Duda

Reservebank:

Kraft (1), Pekarík (2), Stocker (14), Esswein (7), Haraguchi (24), Darida (6), Stark (5)

Trainer:

Pál Dárdai

Schwarz: "Unheimlich glücklich!"

1. FSV Mainz 05 - Hertha BSC 1:0 (0:0)

 

Sandro Schwarz: "Wir wussten, dass es ein extrem schwieriges Spiel wird, in dem wir viel Geduld brauchen. Von der Intensität her war das nicht zu vergleichen mit dem Spiel am Mittwoch. Beide Teams hatten wenige Torchancen, Hertha hat das gut gemacht und war sehr gut organisiert. Dennoch haben wir auch lange nicht zielstrebig genug agiert. Das wurde nach der Pause besser. Vor dem Elfmeter hatten wir eine gute Balleroberung in der gegnerischen Hälfte. Wir sind nach der Niederlage am Mittwoch unheimlich glücklich, das Ergebnis auf unserer Seite zu haben. Das war sehr sehr wichtig und so gehen wir heute mit einem guten Gefühl nach Hause."

Pal Dardai: "Glückwunsch an Mainz. In der ersten Halbzeit haben wir nicht viel zugelassen und ein ordentliches Auswärtsspiel gemacht. Es lief wie wir es erwartet haben. Nach vorne ging aber nicht viel, so dass wir ohne Torschuss in die Pause gehen, was ich nicht ganz nachvollziehen kann. Es war ein Kampfspiel, dass eigentlich auf ein Unentschieden hinaus lief. Mainz hat die Szene beim Elfmeter dann gut genutzt und auch verdient gewonnen, weil wir die Chance auf den Ausgleich durch Vedad danach leider nicht nutzen konnten. Das müssen wir akzeptieren und jetzt schnell regenerieren."

Danny Latza (05-Spieler): „Das war ein Spiel mit viel Kampf und wenigen Chancen. Hauptsache wir haben die drei Punkte geholt. Wir haben endlich mal durch einen Videobeweis einen Elfmeter bekommen. Es war wichtig für uns, dass wir zum ersten Mal kein Tor bekommen haben.“

Fabian Frei (05-Spieler): „Während wir am Mittwoch ein wildes und hektisches Spiel gesehen haben, war das Spiel gegen Berlin von Kampf und Taktik geprägt. Umso überraschender, dass wir so eine Partie gewonnen haben. Am Ende wollten wir nur noch den Sieg retten. Mit sechs Punkten stehen wir jetzt da, wo wir stehen sollten. So ein Sieg tut uns einfach gut. Auch wenn das Spiel nicht ganz so schön war. Das ist mir aber egal.“

Stefan Bell (05-Kapitän): „Es ist schon ein Faktor für die Glaubwürdigkeit, wenn der Schiedsrichter sich bei so einer Entscheidung noch einmal selbst vergewissert. Es ist nicht schlecht, wenn er sich das selbst anschaut. Wir sind sehr glücklich und wollten den Sieg irgendwie über die Zeit bringen.“

Pablo de Blasis (05-Torschütze und damit Schütze des 500. Mainzer Bundesligatreffers): „Durch die Sache mit dem Videobeweis hatte ich eineinhalb Minuten länger Zeit vor dem Elfmeter. Da war es nicht so einfach, ruhig zu bleiben. Aber ich bin ruhig geblieben und es ist gut für mich ausgegangen. Ich habe zwar den letzten Berliner Ball rausgeköpft und daran erinnert man sich, aber man darf nicht vergessen, dass in den letzten 15 Minuten alle unsere Spieler immer wieder die Bälle rausgeköpft haben. Fußball ist eine Gemeinschaftsarbeit. Es ist schön, durch den 500. Treffer in den Geschichtsbüchern von Mainz 05 zu stehen, aber wichtiger war der Sieg heute. Wir dürfen nicht vergessen, dass wir in diesem Kalenderjahr noch nicht zwei Siege in Folge geschafft haben. Daran müssen wir jetzt arbeiten.“

René Adler (05-Torhüter): „Hoffentlich ist das der Start einer Serie. Dass das Spiel weniger attraktiv als am Mittwoch war, ist uns völlig egal. Das Ergebnis ist uns absolut lieber als das am Mittwoch. So ein Spiel heute ist schwieriger als ein Spiel, in dem es hin und her geht. Man darf nie abschalten. Ich habe dem Schiedsrichter gesagt, dass er es souverän und gut gemacht hat. Ich konnte das als Externer, der Spiele schaut, nie verstehen, warum sich die Schiedsrichter komplett auf die Meinung aus Köln verlassen und sich der Möglichkeit berauben, an die Seitenlinie zu gehen und zu gucken. Das dauert ein, zwei Minuten, die kannst du hintendran hängen. Das hat der Schiedsrichter heute souverän gemacht. Wenn man die Möglichkeit hat, sollte man sie auch nutzen.“

Rouven Schröder (05-Sportvorstand): „Am Mittwoch haben wir nach einem richtig guten Spiel mit leeren Händen da gestanden. Heute war es ein ordentliches und geduldiges Spiel, war sicherlich auch für die Zuschauer nicht so attraktiv wie am Mittwoch. Es war solide und trotzdem ein verdienter Sieg. Wir haben den einen Punch gesetzt und mit sechs Punkten nach sechs Spielen sieht es jetzt wieder ganz anders aus. Ich fand es gut, dass der Schiedsrichter da mal rausgegangen ist und sich das angeschaut hat. Ich gehe mal davon aus, dass es dann auch ein Elfmeter war. Ich habe es zum ersten Mal erlebt, dass der Schiedsrichter rausgeht. Das hatten wir im Vorfeld der Saison ja auch besprochen. Dass er nochmal die Möglichkeit hat, für sich selber draufzuschauen.“

 

Spieldaten

Mannschaftsfoto Saison 2017/2018

 

Obere Reihe: Walter Notter (Zeugwart), Axel Busenkell (Athletiktrainer), Jonas Grünewald (Athletiktrainer), Stephan Kuhnert (Torwarttrainer), Sandro Schwarz (Cheftrainer), Jan-Moritz-Lichte (Co-Trainer), Michael Falkenmayer (Co-Trainer), Stefan Stüwe (Physiotherapeut), Steffen Tröster (Physiotherapeut), Nico Hölzel (Physiotherapeut)

Mitte-Oben: Dr. Kathrin Stelzer (Ärztin), Dr. Alexander Tamm (Arzt), Viktor Fischer, Fabian Frei, Danny Latza, Gaetan Bussmann, Robin Quaison, Yoshinori Muto, Dr. Philipp Appelmann (Arzt), Dr. Stefan Mattyasovszky (Arzt)

Mitte-Unten: Gerrit Holtmann, Niko Bungert, Stefan Bell, Alexander Hack, Leon Balogun, Kenan Kodro, Aaron Seydel, Emil Berggreen, Karim Onisiwo, Jean-Philippe Gbamin, Suat Serdar

Vordere Reihe: Pablo de Blasis, Jairo Samperio, José Rodriguez, Giulio Donati, Robin Zentner, Jannik Huth, René Adler, Florian Müller, Alexandru Maxim, Marin Sverko, Philipp Klement, Daniel Brosinski

Fehlend: Levin Öztunali (8 – verlängerter Urlaub wegen Nationalmannschaftseinsatz)

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