Saison-Einzelkritik der 05er: Ein Torwart ist der Notenbeste

Eine Bundesliga-Saison mit Gewinnern und Verlierern im Kader des FSV Mainz 05 geht zu Ende. Dies ist die Einzelkritik für die Saison 2019/20.

Robin Zentner ist der notenbeste Mainzer. (Foto: dpa)

Florian Müller AZ-Durchschnittsnote: 2,8

Der Torhüter präsentierte sich in den ersten Partien ungewohnt unsicher und verlor in einer kurzen Verletzungspause seinen Stammplatz. Nach dem Re-Start war Müller dann trotz eines Patzers gegen Union Berlin ein glänzender Rückhalt. Der 22-Jährige strahlt enorme Sicherheit aus und geht in der neuen Runde auf Augenhöhe mit Zentner in den Kampf um die Nummer eins. (13 Spiele/0 Tore)
Robin Zentner Note: 2,5
Der Eltviller nutzte ab dem vierten Spieltag seine Chance und eroberte mit zum Teil überragenden Leistungen den Stammplatz im Tor. In vier Partien verdiente er sich die Note eins. Fehler leistete er sich nur sehr wenige, starke Paraden zeigte er dagegen viele. Und er überzeugte mit klaren Worten außerhalb des Feldes. Im letzten Spiel vor der Corona-Pause verletzte sich Zentner am Knie und fiel für den Rest der Saison aus. (22/0)
Ridle Baku Note: 3,4
Das 05-Eigengewächs hat den nächsten Entwicklungsschritt gemacht. Dabei half ihm die Versetzung auf die Position des rechten Verteidigers, die er im Endspurt so überragend interpretierte, dass er in den entscheidenden Spielen gegen Dortmund und Bremen jeweils ein glatte Eins bekam. Mit insgesamt 815 Sprints in dieser Saison ist er ligaweit Zehnter. (30/1)
Daniel Brosinski Note: 3,5
Der Außenverteidiger überzeugte in der ersten Saisonphase selten und verlor seinen Stammplatz. Wurde nach dem Re-Start aber zu einem wichtigen Spieler, weil er sich immer voll reinhing und immer bessere Standards schoss. Bereitete vier Tore vor und bescherte Mainz 05 den alleinigen Elfmeter-Rekord. Sein Strafstoß-Tor gegen Paderborn war der 25. verwandelte der 05er am Stück. Die vorherige Bestmarke hielt Bochum mit 24. Steht vor einer Vertragsverlängerung. (26/2)
Ron. Pierre-Gabriel Note: 4,7
Das war überhaupt nicht die Saison des mit großen Hoffnungen geholten Rechtsverteidigers. In fünf von acht benoteten Partien erhielt er eine Fünf oder Sechs. Seine beste Phase hatte er zu Beginn der Rückrunde, als er mehrmals in der Startelf stand. Nach der Corona-Pause war Pierre-Gabriel bei keinem Spiel mehr im Kader. (8/0)
Phillipp Mwene Note: *
Ende Februar endete für ihn eine 16-monatige Verletzungspause. Er zeigte bei seinen vier Einsätzen als Außenverteidiger gute Leistungen und kann nächste Saison eine feste Kraft werden. (4/0)
Jeremiah St. Juste Note: 3,3
Der Niederländer erwies sich als bester 05-Zugang dieser Saison. Er ging zwar in den beiden Partien gegen Leipzig mit unter, ansonsten zeigte er als Innenverteidiger aber viele überzeugende Vorstellungen. Stark auch im Aufbauspiel: Seine Pass-Quote aus dem Spiel beträgt 91 Prozent. (25/2)
Moussa Niakhaté Note: 3,5
Der junge Innenverteidiger schwankte noch in seinen Leistungen. An den guten Tagen zeigte er, wie viel Talent in ihm steckt. Harmonierte mit St. Juste zum Teil sehr gut. Dazu hat er von allen 05ern die meisten Kilometer abgespult: 334,9. (33/1)
Alexander Hack Note: 4,2
An einem guten Tag nimmt der Verteidiger die gegnerischen Stürmer aus dem Spiel. Doch zu oft wirkt er für einen kurzen, oft entscheidenden Moment unkonzentriert. War aber auch wichtig als Einwechselspieler, wenn es darum ging, ein Ergebnis über die Zeit zu bringen. (14/0)
Aaron Martin Note: 4,2
Der Spanier war die Enttäuschung dieser Saison. Gleich in vier Partien erhielt er die Note Sechs. Defensiv offenbarte der Linksverteidiger Schwächen, offensiv setzte er kaum Akzente. Dadurch verlor er seinen Stammplatz. Dass er deutlich mehr kann, hat er in der Saison davor gezeigt. (22/0)
Jeffrey Bruma Note: 3,6
Im Winter vom VfL Wolfsburg ausgeliehen, sollte Bruma Erfahrung und Körperlichkeit in den Kader bringen. Das machte er auch anfangs, doch nach der Corona-Pause ließ er seine Führungsqualitäten vermissen. (8/0)
Kunde Malong Note: 3,4
Der Mittelfeldspieler stand stellvertretend für die Inkonstanz der 05er. Er agierte mal überragend wie beim 5:1-Sieg in der Hinrunde gegen Hoffenheim oder seinem Traum-Tor in der Rückrunde gegen Frankfurt. Dann fehlte ihm jeder Zugriff im Zentrum wie beim Rückrundenspiel gegen die Bayern, als er nach seiner frühen Auswechslung Trainer Achim Beierlorzer den Handschlag verwehrte. Im Saison-Endspurt überwogen aber die guten Auftritte. (28/4)
Leandro Barreiro Note: 3,3
Dem 20-jährigen Mittelfeldspieler gelang in dieser Saison der Durchbruch zum Bundesliga-Spieler. Mit riesigem Laufaufwand und ohne Respekt vor großen Namen verdiente er sich mehrere Startelf-Einsätze. (18/0)
Edimilson Fernandes Note: 4,2
Der Schweizer Nationalspieler kam als hoffnungsvoller Zugang für das zentrale Mittelfeld, enttäuschte aber häufig. Dreimal die Note sechs zeugt von den Anpassungsschwierigkeiten, die er hatte. Doch er half auch mal mit ordentlichen Leistungen in der Innenverteidigung aus und machte als Joker mit seinem Tor zum 3:1 gegen Bremen den Klassenerhalt perfekt. (24/1)
Danny Latza Note: 3,4
Lange Zeit war es nicht die Saison des Mittelfeldspielers. Eine Verletzung bremste ihn, die neu erhaltene Kapitänsbinde wirkte zunächst wie eine Last. In der Schlussphase der Saison war er dann aber der Führungsspieler auf und neben dem Platz. Ein starkes Finish. (23/0)
Levin Öztunali Note: 3,7
Der Offensivspieler hat sein Potenzial erneut nur selten auf den Platz gebracht. Spielte oft, aber nur selten gut. Bis zur Corona-Pause hatte er mit vier Toren und vier Torvorbereitungen eine ordentlichen Quote. Nach dem Re-Start war er an keinem Treffer mehr direkt beteiligt. (27/4)
Jean-Paul Boetius Note: 3,8
Dass er an guten Tagen ein genialer Fußballer ist, zeigte der Offensivspieler in dieser Saison viel zu selten. Seine besonderen Aktionen endeten oft mit einem Ballverlust. Er verlor auch zeitweise seinen Stammplatz. Erneut war er aber stark im Anlaufen bei gegnerischem Ballbesitz. Und vier Treffer sowie fünf Torvorbereitungen sind ein guter Wert. (28/4)
Robin Quaison Note: 3,5
In dieser Saison gelang dem Schweden der Durchbruch. 13 Tore erzielte er, darunter die Dreierpacks gegen Bremen in der Hinrunde und Hertha in der Rückrunde. Nur nach dem Re-Start war er nicht mehr ganz so torgefährlich. Stark ist Quaison auch in einer weiteren Kategorie: Mit 2297 intensiven Läufen ist er ligaweit Elfter. (32/13)
Karim Onisiwo Note: 3,7
Auch wenn er nicht immer von Beginn an spielte, hat der Offensivakteur in der abgelaufenen Runde einen Schritt nach vorne gemacht. Brachte oft Schwung ins 05-Spiel und bereitete sechs Treffer direkt vor, was den Mainzer Top-Wert bedeutet. Steigern kann er noch seine Tor-Quote. (32/4)
Adam Szalai Note: 4,0
Seine Rückkehr lief nicht optimal. Vor allem im Torabschluss enttäuschte der Stürmer. Brachte aber Erfahrung und Körperlichkeit ins Team. Stark, wie er zumindest in einigen Spielen immer wieder den Ball abschirmte. (27/1)
Taiwo Awoniyi Note: *
Der Leih-Spieler vom FC Liverpool spielte lange Zeit überhaupt keine Rolle. Im Winter wurde ihm sogar ein Wechsel nahegelegt. War dann aber einer der größten Gewinner nach der Corona-Pause. Traf direkt gegen Köln und zeigte weitere gute Leistungen, bis ihn eine Verletzung bremste. Eine erneute Leihe ist nicht ausgeschlossen. (12/1)
Jonathan Burkardt Note: *
Der Stürmer erlebte ein für einen talentierten 19-Jährigen typisches Jahr. Zu Beginn stand er regelmäßig im 20er-Kader, spielte gegen Bayern München sogar von Beginn an. Dann kam er lange zu keinen Bundesliga-Einsätzen mehr. Burkardt bot sich aber immer wieder an und wurde dafür zum Saison-Ende hin belohnt mit seinem Premieren-Bundesliga-Tor gegen Borussia Dortmund. (8/1)
JP Mateta Note: 4,0
Nach 14 Toren in seiner ersten Saison traf Mateta diesmal nur dreimal. Allerdings war er fast die komplette Hinrunde verletzt. In der Rückrunde überzeugte der Stürmer aber auch nur selten. Dass er zudem während der Saison mit einem Abgang kokettierte, kam nicht gut an. (18/3)
Dong-won Ji Note: *
Noch in der Saisonvorbereitung verletzte sich der Zugang schwer am Knie. Erst nach dem Re-Start kam er zu einigen Einsätzen, ohne sein Können dabei zu zeigen. (4/0)
* weniger als acht benotete Einsätze.
Weitere Spieler: Finn Dahmen, Stefan Bell, Ahmet Gürleyen, Jonathan Meier (alle ohne Einsatz), Alexandru Maxim (in der Winterpause verliehen).

Bayer 04-Mainz 05