Pablo De Blasis

1:1 - Pablo De Blasis nach seinem zwischen-zeitlichen Ausgleich.
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Anderlecht misslang die Generalprobe - mit einem 1:2 bei Abstiegskandidat Waasland-Beveren, obwohl die Elf von Coach René Weiler bereits nach 22 Sekunden (!) in Überzahl war.

Mainz' Coach Martin Schmidt änderte seine Startelf nach dem 2:0 in der Bundesliga gegen Ingolstadt auf zwei Positionen: Balogun begann im Abwehrzentrum anstelle von Hack, im offensiven Mittelfeld erhielt Onisiwo den Vorzug vor Jairo.

Stanciu überlistet Lössl

Die Zuschauer sahen eine flotte und kurzweilige Anfangs-phase: Chipciu scheiterte früh am Außennetz (4.), wenig später verfehlte Cordoba das Tor auf der Gegenseite nach einer Ecke per Kopf (8.). Kurz darauf gingen die Belgier


in Front: Stanciu trat den Ball vom rechten Flügel aufs kurze Eck, 05-Keeper Lössl spekulierte auf eine Flanke - und ließ sich überlisten (9.).

Nun waren die Rheinhessen gefordert - und lieferten: Zunächst hob Onisiwo den Ball zwar über den Kasten, als er alleine vor Roef auftauchte (13.). Dann aber glich De Blasis aus: Kara Mbodji verlängerte einen weiten Einwurf unglücklich per Kopf in die Mitte - exakt vor die Füße von De Blasis, der umgehend flach abzog und traf (15.). Wenig später hätte Onisiwo gar die Führung besorgen können, er verfehlte den Kasten jedoch aus der zweiten Reihe (20.).

Serdar leitet Anderlechts Tor unfreiwillig ein

Kamen beide Mannschaften bis dato immer wieder nennenswert zum Abschluss, so leisteten sie sich fortan viele Ballverluste und Unzulänglichkeiten. Die Partie wurde wilder, Torraumszenen wurden rar und fehlerhafte Abspiele mehrten sich - und Anderlecht ging nach einem solchen in Front: Serdar misslang ein Flügelwechsel im Spielaufbau, Sowah Adjei fing die Kugel ab, bediente Chipciu auf der rechten Seite, der in den Rücken der Mainzer Abwehr ablegte. Am Strafraum lauerte Stanciu - und traf per Flachschuss (41.). Mit einem knappen Vorsprung für den RSC ging es in die Kabinen.

Auch nach der Pause gelang es keinem der beiden Teams, Rhythmus ins Spiel zu bekommen und die Partie zu dirigieren. Zwar temporeich, aber ungestüm - so lief die Begegnung. Chipciu bot sich auch nach dem Seitenwechsel die erste Möglichkeit, er scheiterte an Lössl (50.). Im Gegenzug hatte De Blasis den Ausgleich auf dem Fuß - und schoss bei seiner Großchance RSC-Keeper Roef an (51.). Besser machten es die Belgier: Tielemans traf nach gut einer Stunde von der Strafraumkante zum 3:1 (62.).

Es kommt knüppeldick für Mainz: Drei Tore in fünf Minuten!

Mainz antwortete mit wütenden Angriffen - und betrieb Chancenwucher: Malli (68., 70.) und besonders Cordoba aus zwei Metern (72.) ließen gute Möglichkeiten zum Anschlusstreffer liegen. So kam es in der Schlussphase knüppeldick für den FSV: Teodorczyk ließ zunächst eine günstige Gelegenheit leichtfertig aus (78.), dann aber schlug er zweimal zu - erst zum 4:1 (89.), dann machte er nach Brunos Treffer (90.+2) vom Elfmeterpunkt aus das halbe Dutzend voll (90.+4).

Diese Packung muss Mainz nun erst einmal verdauen.

Mainz-Coach Martin Schmidt kündigte im Vorfeld bereits Wechsel an. Im Vergleich zum 2:1-Sieg im Derby gegen Darmstadt gab es derer drei: Bungert, Serdar und Onisiwo rutschten in die Startelf, Öztunali und Brosinski nahmen stattdessen auf der Bank Platz, Hack stand nicht im Kader.

Anderlechts Trainer René Weiler wechselte nach dem 1:0 gegen den KSC Lokeren auf zwei Positionen: Sowah und Deschacht spielten für Bruno (Bank) und Spajic (nicht im Kader) von Beginn an.

"Wir müssen wieder Fahrt aufnehmen, um solide Fußball zu spielen", kündigte Coach Schmidt vor der Partie an - und sein Team setzte diese Vorgabe von Minute eins an perfekt um. Mainz agierte bei strömendem Regen im

Malli

Der Ball zappelt im Netz: Malli (Nr. 10) verwandelt den Elfmeter zum 1:0.
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4-2-3-1-System und drängte die Belgier, deren Dreierkette sich in der Rückwärtsbewegung in eine Viererkette wandelte, in die eigene Hälfte. Einen ersten Warnschuss gab Malli ab (2.). In Minute neun belohnten sich die Rheinhessen für den fulminanten Start und bekamen nach einem Deschacht-Foul an de Blasis einen Elfmeter zugesprochen, den Malli souverän verwandelte (10.).

Lössl rettet doppelt

Nach der Führung schaltete Mainz einen Gang zurück und ließ Anderlecht mehr und mehr ins Spiel kommen. Der RSC hätte diese Einladung beinahe genutzt, aber Hanni scheiterte im Eins-gegen-eins am glänzend reagierenden Keeper Lössl (14.). Anschließend spielten weiter die Mainzer: Zunächst verfehlte Gbamin knapp aus der Distanz (19.), dann scheiterte Onisiwo am Pfosten (22.). Nach dem Aluminiumtreffer agierte Mainz nicht mehr zwingend genug - die Weiler-Elf traute sich infolgedessen immer mehr aus ihrem Schneckenhaus heraus und provozierte somit ein weiteres Duell Hanni-Lössl. Erneut blieb allerdings der dänische Torhüter im Eins-gegen-eins Sieger (30.).

Mainz lässt nach - RSC gleicht aus

Nach der Pause war Mainz wieder um Spielkontrolle bemüht und verpasste nach einer Direktabnahme von de-Blasis den schnellen Treffer nach dem Seitenwechsel (51.). Dennoch schaffte es die Schmidt-Elf nicht, erneut ein Start-Feuerwerk wie in Durchgang eins abzubrennen. Im Gegenteil: Nach Hanni-Flanke köpfte Teodorczyk, unbedrängt von Bell, aus fünf Metern zum 1:1 ein (65.).

Der Regen ließ nicht nach - es goss wie aus Eimern und das hatte zur Folge, dass der Boden immer tiefer wurde und kaum noch Spielfluss zustande kam. Das beste Mittel bei solchen Platzverhältnissen sind Distanzschüsse - das wussten auch Cordoba (73.) und Brosinski (79.). Allerdings verpassten beide. Die Luft war raus, einzig ein 17-Meter-Schuss von Öztunali sorgte in der Nachspielzeit noch für Gefahr (90.+1). Letztlich ging das Remis in Ordnung, Anderlecht grüßt damit weiterhin von der Tabellenspitze, Mainz bleibt Verfolger.

Qäbäläs Trainer Roman Grygorchuk bot die gleichen Elf Spieler auf, die im ersten Gruppenspiel der Europa League 1:3 in Anderlecht verloren hatte.

FSV-Coach Martin Schmidt tauschte nach dem 2:3 gegen Leverkusen gleich viermal: Hack, der ein der Liga Rot-gesperrte José Rodriguez, Clemens und Muto begannen für Balogun (Muskelfaserriss), Donati, Öztunali und Cordoba (alle Bank).

Ricardinho scheitert am Pfosten

Die Partie begann ruhig, beide Teams legten erst einmal Wert darauf, hinten sicher zu stehen.

Darunter litt die Offensive, in der es weitestgehend auf Seiten der Mainzer zu wenig Bewegung gab. Einen ersten Hauch von Torgefahr versprühte De Blasis, aber 

Die Mainzer freuen sich über das 1:0 durch Yoshinori Muto.

Torjubel: Die Mainzer freuen sich über das 1:0 durch Yoshinori Muto.

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der Mittelfeldmann traf den Ball nicht richtig (20.). Bei Qäbälä ging viel über die rechte Seite und den in den ersten 30 Minuten agilen Qurbanov. Er war es auch, der die beste Chance der Gastgeber im ersten Durchgang vorbereitete: Mit seiner Flanke fand er Ricardinho, der das Spielgerät an den Pfosten köpfte (24.).

Mutos Flachschuss sitzt

Nachdem Qurbanovs Distanzschuss harmlos geblieben war (26.), investierten die Gäste nach einer halben Stunde noch einmal etwas mehr. Clemens aus dem Stand (36.) und Bussmann per Kopf (40.) verpassten jedoch den Führungstreffer. Besser mache es Muto, der mit einem Flachschuss ins lange Eck traf (41.). Der Japaner hätte sogar fast den Doppelpack geschnürt, sein Abschluss aus 18 Metern landete allerdings neben dem Kasten. So gingen die Rheinhessen nach einer höhepunktearmen ersten Hälfte mit einer knappen Führung in die Kabine.

Malli vergibt 2:0 - Qurbanov vom Punkt

Nach dem Seitenwechsel legten die Mainzer stark los, bereits eine Minute nach Wiederbeginn hätte es das 2:0 geben können: Muto war über die rechte Seite frei durch, seinen Querpass brachte De Blasis, der noch bedrängt wurde, nicht aufs Tor. Eine größere Chance bot sich Malli einige Minuten später, aber er scheiterte alleine vor Bezotosnyi (51.). Die 05er hätten höher führen müssen und brachten sich dann hinten selber in die Bredouille: Bell köpfte zu kurz zurück auf Lössl, Ozovic ging dazwischen und wurde vom Keeper umgehauen - Elfmeter. Qurbanov blieb cool und schob sicher ein (57.).

Zenjov dreht den Spieß um - Schmidts Joker sticht

Nun waren die Gastgeber voll da und wurden von den Zuschauern nach vorne gepeitscht. Der Bundesligist war in den Minuten nach dem Gegentreffer von der Rolle und fing sich hinten das zweite Tor. Dabo schirmte den Ball stark ab und legte links raus auf Zenjov, der zum 2:1 ins lange Eck vollstreckte (62.). Eine Reaktion der Rheinhessen war nun gefordert, Schmidt wechselte in der 67. Minute doppelt und brachte Öztunali und Cordoba für Rodriguez und Clemens. Und dieser Wechsel machte sich nur eine Zeigerumdrehung später bezahlt: Nach einer Ecke verlängerte Bussmann und fand Cordoba, der mit seinem ersten Ballkontakt den Ausgleich herstellte.

Auch der zweite Joker sticht

Im zweiten Durchgang war es ein völlig offener Schlagabtausch, es ging hin und her. Brosinsi verzog noch (77.), aber eine Minute später kam Mainz zur erneuten Führung - und es war wieder ein Einwechselspieler. Öztunali zog von rechts nach innen und setzte das Spielgerät an den rechten Innenpfosten, von da aus sprang der Ball ins Tor. Das Team aus Aserbaidschan schien geschlagen, die Kräfte waren weg. Mainz hatte durch Cordoba die Riesenchance zu Entscheidung, aber Bezotosnyi lenkte seinen Schuss an die Latte (84.). In der Schlussphase machten es die 05er Clever und hielten den Ball vom eigene Tor fern. Nach vier Minuten Nachspielzeit war Schluss und die Gäste fuhren den ersten Sieg in dieser Europa-League-Saison ein.

 

Mainz 05: Lössl – Brosinski, Hack, Bell, Bussmann – Rodriguez (67. Öztunali), Frei, Mall, Clemens (67. Cordoba), De Blasis – Muto (84. Muto)

FK Qäbälä: Bezotosny – Mirzabekov, Stankovic, Rafael Santos, Ricardinho – Sadygov (81. Mammadov) Vernydub (86. Jamalov), Gurbanov (81. Franjic), Ozobic, Zenjov - Dabo

Tore: 0:1 Muto (41.), 1:1 Gurbanov (57.), 2:1 Zenjov (61.), 2:2 Cordoba (67.), 2:3 Öztunali (78.)

Zuschauer: 8500

Schiedsrichter: Gediminas Mazeika

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