Stefan Hofmann, Vereins- und Vorstandsvorsitzender, sagte: "Mainz 05 ist grundsätzlich auf einem guten Weg. Wir sind dabei, auf allen Ebenen, im sportlichen und im administrativen Bereich, Strukturen zu schaffen, welche die Rahmenbedingungen für eine erfolgreiche Arbeit und damit sportlichen Erfolg perspektivisch verbessern", sagt der Vereinsvorsitzende. "Trotzdem müssen wir erkennen, dass nicht immer alles nach Plan läuft, dass es insbesondere im Fußballalltag Entwicklungen geben kann, die uns vor neue Aufgaben stellen können. Unser Start in die Saison ist enttäuschend verlaufen, auf dem Platz und neben dem Platz. Dies ist für uns als Verein nicht schön, aber wir müssen uns dieser Herausforderung stellen. Die uns gestellten Aufgaben müssen wir konsequent abarbeiten und zwar auf Mainzer Art: selbstkritisch, aber besonnen und orientiert an sachlichen Analysen und mit voller Konzentration auf den Fußball. Dann werden wir auch bald wieder ein anderes Gesicht zeigen.

"Wir-Gefühl leben"

Sportvorstand Rouven Schröder sagte in seiner Rede: "Wir blicken zurück auf eine sehr erfolgreiche Saison, die wir mit 15 Punkten Vorsprung auf den Relegationsplatz abgeschlossen haben. Wir haben unsere Nachwuchsspieler entwickelt und einige in den Profibereich integriert. Wir haben in die Mannschaft, die personelle Struktur im sportlichen Bereich und unsere Infrastruktur investiert", so Schröder. "Die Saison hat insgesamt, vor allem aber durch die Leistung der Mannschaft an den letzten Spieltagen bei uns allen Begehrlichkeiten geweckt, dass es so weiter geht. Leider funktioniert der Fußball nicht immer wie gewünscht. Wir mussten auch in der vergangenen Saison Durststrecken überstehen. Das haben wir geschafft mit harter Arbeit, Klarheit und Vertrauen. Uns ist klar, dass es schwer wird, das zwölfte Bundesliga-Jahr in Folge zu erreichen, wenn wir spielen wie am Samstag in Düsseldorf. Ich bin aber davon überzeugt, dass wir es schaffen werden. Weil wir wissen, wie wir die Dinge anpacken müssen. Die Basis dafür ist allerdings Vertrauen. Wir sind in den schwierigeren Zeiten alle aufgefordert, dieses Wir-Gefühl zu leben und den Glauben an uns zu stärken."

Der kaufmännische Vorstand Dr. Jan Lehmann sagte: "Wir blicken auf ein Geschäftsjahr mit für den Verein beeindruckenden wirtschaftlichen Zahlen zurück. Wir haben diese zur Reinvestition in den sportlichen Bereich und zur weiteren Professionalisierung des Vereins genutzt. Die Steigerung gegenüber dem Vorjahr ist vorrangig auf überdurchschnittlich hohe Transfererlöse zurückzuführen und relativiert sich, wenn man die möglichen Investitionen in den Profikader betrachtet, mit denen wir deutlich hinter dem Bundesliga-Durchschnitt liegen", so das Vorstandsmitglied. In seinem Bericht verwies Lehmann auf die intensiven Marketingaktivitäten wie zum Beispiel rund um die Mainzer Fastnacht, beim Club Design und der eigenen Typografie, beim Saisonmotto, sowie auf die Einführung der so genannten 11er-Karte im Ticketing. "Wir wollen unser Profil als familienfreundlicher und in der Region verwurzelter Verein mit einer klaren Haltung schärfen und haben hierfür viele Maßnahmen ergriffen, mit denen wir dieses Ziel strukturiert und systematisch verfolgen."

Der Aufsichtsratsvorsitzende Detlev Höhne kommentierte: "Als Aufsichtsrat haben wir nach einem ersten Jahr der Orientierung und Information im zweiten Jahr mit voller Konzentration und gemeinsam mit dem Vorstand den Weg der weiteren Professionalisierung beschritten. Im Vordergrund steht für uns dabei, den Verein nach dem Prinzip der Wirtschaftlichkeit zu führen. Wir sehen am Beispiel anderer Klubs, auch so genannter Traditionsklubs, wohin der Weg führen kann, wenn man dieses Prinzip verlässt und sich beispielsweise Investoren ausliefert", so Höhne. "Neben unserer Arbeit als wirtschaftliches Kontrollorgan des Vereins haben wir ein Augenmerk auf die Themen Compliance und Transparenz gelegt. Wir können heute sagen: Mainz 05 befolgt in diesem Bereich die gleichen Regeln, wie es Wirtschaftsunternehmen vergleichbarer Größte tun."

Der Aufsichtsratsvorsitzende verwies bei seinen Ausführungen auch auf die klare Positionierung des Vereins in der Frage der Beibehaltung der 50+1-Regel und auf seine vom Vorstand unterstützte Initiative eines Erfahrungsaustausches zwischen den Aufsichtsräten aller Bundesligisten, der in Zukunft ausgebaut werden solle.