Zweikampf-(In-) Konsequenz kostet Punkte

Schwarz nach dem 1:3: "Wir müssen diese Dinge besser machen" – 05er beklagen verweigerten Elfmeter nach Foul an Torschütze Robin Quaison

Der 1. FSV Mainz 05 hat seine positive Serie im Weserstadion nicht fortsetzen können. Nach fünf Auftritten mit jeweils mindestens einem gewonnenen Punkt beim SV Werder kassierte das Team von Sandro Schwarz diesmal eine 1:3-Niederlage in Bremen. Bitter, weil die 05er erneut vermeidbare Gegentore kassierten, einen Foulelfmeter nicht zugesprochen bekamen und abgesehen vom Anschlusstreffer durch Robin Quaison ihre Torchancen nicht nutzten. "Wir ärgern uns sehr darüber, weil wir nicht zwei Tore schlechter waren. Die Mannschaft lebt, ist intakt, wurde gut eingestellt, und jetzt ist es einfach die Aufgabe, am Freitag drei Punkte zu holen", sagte Sportvorstand Rouven Schröder nachher. Im Flutlichtspiel am Freitagabend (20.30 Uhr) empfangen die Mainzer den SC Freiburg.

Seit dem 3:0-Erfolg in der OPEL ARENA gegen den FC Schalke 04, mit dem die 05er die 30-Punkte-Marke erreichten, klemmt's ergebnistechnisch im Spiel der Mannschaft. Zwei unnötige und ärgerliche Niederlagen in Berlin und gegen Mönchengladbach, in denen die Leistung jeweils auch für mindestens einen Punkt gereicht hätte, dann das 0:6 in München und nun diese Niederlage an der Weser, unter der Regie von Schwarz erstmals also die vierte Niederlage hintereinander.  

Nicht die schlechtere Mannschaft

"Es ist völlig klar, dass diese Serie in der Öffentlichkeit thematisiert wird, wenn wir so viele Spiele verlieren, wie in den letzten Wochen", sagte Schwarz in Bremen. "Wir müssen aber dieses eine Spiel analysieren. Es waren im Endeffekt einzelne spielentscheidende Situationen, in denen uns die Zweikampf-Konsequenz gefehlt hat, die Angriffe zu stoppen. Wir waren heute nicht die schlechtere Mannschaft, aber das dritte Tor ist dann symptomatisch für unsere Situation. Wir sind komplett im Spiel drin und verhindern solche Gegentore nicht." Unterstützung erhielt der 05-Coach dabei von seinem Bremer Kollegen. "Das war alles andere als ein souveräner Heimsieg. Das Spiel hätte in gewissen Phasen auch gegen uns laufen können. Wenn das 2:2 fällt, wissen wir nicht, wie es ausgeht", sagte Florian Kohfeldt.

Die 05er machten dieses Tor zum 2:2 nicht. Obwohl sie nach dem 0:2-Pausenrückstand stark in die zweite Hälfte starteten und aus gutem Ballbesitz heraus das Spiel beherrschten. Als Aarón und Jean-Paul Boëtius dann Quaison am kurzen Pfosten bediente, bestätigte der Schwede mit dem schwierig zu vollstreckenden Anschlusstreffer seine gute Form aus den Länderspielen. Entscheidender war aber eher, dass die Mainzer zuvor das 1:1 nicht machten. Weil Jean-Philippe Mateta in der besten Phase der Gäste im ersten Durchgang seine guten Chancen nicht nutzte und weil Schiedsrichter Marco Fritz das Foul von Niklas Moisander an Quaison im Strafraum nicht ahndete. Dass der Unparteiische den Tritt an den Fuß übersah, kann passieren, dass der Kölner Videokeller die Entscheidung aber bestätigte und Fritz sich am Monitor nicht noch einmal vergewisserte, war schwer verständlich. "Für mich ist es ein Elfmeter, er trifft nicht den Ball, er trifft den Mann, das ist Elfer", beklagte sich der 05-Trainer. "Es muss einfach Strafstoß geben in dieser Szene", sagte Schröder.

Keine Folgen für Gbamin

Am Ende kosteten jedoch die zuletzt auch schon aufgetretenen Mängel die Punkte. Jedem der drei Bremer Tore ging ein Mainzer Fehler voraus. Jedesmal fehlte die Konsequenz, entweder in der Verteidigung des Passgebers oder direkt im Zweikampf am Mann. "Wir müssen diese Dinge besser machen", erklärte Schwarz, dessen Team wie bereits vor zwei Wochen in München wieder in Rückstand geriet, bevor es überhaupt ins Spiel eingriff. "Die Mannschaft will ein anderes Gesicht zeigen, kommt raus und schon steht's 0:1. Das ist das, was man sich absolut nicht wünscht in einem solchen Spiel", sagte der Sportvorstand. "Wir sind aber nicht eingebrochen, haben gut ins Spiel reingefunden nach dem Rückstand, hatten unsere Möglichkeiten. Wir haben uns dagegen gestemmt und gewehrt über viele Strecken des Spiels, nur nicht in den entscheidenden Situationen. Da hat uns die Schärfe, die Zweikampf-Konsequenz gefehlt und diese Verteidigungshaltung hat uns heute definitiv das Genick gebrochen", erklärte der 05-Trainer.

Die Nichtberücksichtigung von Jean-Philippe Gbamin hat im Übrigen keine weiteren Folgen für den Mittelfeldspieler. Gbamin war bekanntlich zu spät zum Abschlusstraining gekommen und musste zu Hause bleiben. "So sind die Regeln. Gbamin hat sich entschuldigt, war einsichtig und auch entsprechend geknickt, trotzdem musst du konsequent sein im Sinne der Mannschaft", betonte Schwarz. "Es ist ärgerlich weil er ein wichtiger Spieler ist, aber wir machen kein Drama daraus."

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