Der erste Treffer war ein Eigentor von Stefan Bell (39.), die weiteren Tore erzielte Ryan Mmaee (85./90). Das Spiel stand in der Endphase aber nach einer Rudelbildung kurz vor dem Abbruch, was die Partie überschattete.

Auslöser war ein übles Foul an Christoph Moritz direkt vor den Trainerbänken. Sofort standen alle Spieler zusammen. Der Lütticher Reginal Goreux schlug Henrique Sereno dabei ins Gesicht. 05-Trainer Martin Schmidt wollte daraufhin das Spielfeld verlassen, damit nicht noch Spieler seiner Elf verletzt werden. Doch der Mainzer Manager Christian Heidel schritt ein und sorgte dafür, dass die 05er die Partie nach rund fünf Minuten fortsetzten. Moritz überstand das Foul unverletzt. "Am Ende war dies kein Testspielcharakter mehr", nahm Schmidt die hohe Niederlage gelassen.

Muto auf dem Flügel

Martin Schmidt begann die Partie mit einer Elf, die auch das Auftaktspiel gegen Ingolstadt bestreiten könnte. Auf der Sechser-Position erhielt Danny Latza den Vorzug vor Fabian Frei. Yoshinori Muto spielte diesmal auf dem Flügel. Dafür rückte Jhon Cordoba in die Spitze. Nicht im Kader standen Niko Bungert (Wadenverhärtung), Suat Serdar (Probleme mit der Bauchmuskulatur), Zugang Karim Onisiwo (noch keine Spielberechtigung), Maximilian Beister (Magen-Darm-Probleme) sowie Gianluca Curci, weil diesmal Jannik Huth als zweiter Torhüter angedacht war.

Nach harten Trainingseinheiten in den Tagen zuvor fehlte den 05ern sichtbar die Frische. Torchancen erspielten sie sich in der ersten Halbzeit nur wenige, auch weil sie zu oft mit langen Bällen agierten. Gefährlich wurden sie, wenn sie den Ball nach vorne kombinierten. So kam Jairo nach einem Doppelpass mit Daniel Brosinski in eine gute Position, schoss aber drüber (31.). Cordoba wurde in der 24. Minute elfmeterreif gefoult. Doch der Schiedsrichter verlegte das Geschehen kurzfristig vor den Strafraum. Die größte Möglichkeit zur Führung hatten die Rheinhessen nach einer Freistoßflanke von Danny Latza, die auf dem Kopf von Muto landete. Mit einer Glanzparade verhinderte der Lütticher Keeper Guillaume Hubert das 0:1 (21.).

Bells Klärungsversuch landet im Tor

Das gelang indes den Belgiern, allerdings unter Mithilfe ihres Gegners. Nachdem ein Schuss von Matthieu Dossevi an der Latte gelandet war, landete Bells Klärungsversuch im Gehäuse. Und deshalb gingen die Mainzer mit einem Rückstand in die Pause.

In der zweiten Halbzeit versuchten die 05er, das Ergebnis zu korrigieren. Yunus Malli spielte mit einem herrlichen Pass Brosinski frei. Doch der Rechtsverteidiger schoss in seitlicher Position zwischen Mitspielern und Tor vorbei. Ansonsten erspielte sich die Startelf keine Tormöglichkeit mehr. Und in der 66. Minute vollzog Schmidt dann den vorher angekündigten Komplett-Wechsel seines Kaders, damit alle Spieler Einsatzzeit erhalten. Die frischen Kräfte sorgten noch einmal für neuen Schwung Verteidiger Henrique Sereno schoss aus 20 Metern nur haarscharf am Torwinkel vorbei. Florian Niederlechner verpasste eine scharfe Hereingabe von Pierre Bengtsson nur knapp (73.). Und ein Eckball flog gefährlich durch den 16er. Dann folgte die Rudelbildung. Und alles weitere war dann ein Auslaufen lassen der Partie - mit zwei Treffern von Lüttich, die kaum noch jemand beachtete.

Richtig harter Brocken
Einsatz des Gegners am Rande des Erlaubten und darüber hinaus / Endstand 0:3

Der erste Testspiel-Gegner im Trainingslager, die Belgier von Standard Lüttich, waren für den 1. FSV Mainz 05 gleich ein harter Brocken. Im wahrsten Sinne des Wortes, sie legten eine sehr harte Gangart vor. Trainer Martin Schmidt war in der 80. Minute kurz davor, seine Mannschaft vom Feld zu beordern. Nach einem sehr harten Foul an Christoph Moritz kam es zur Rudelbildung. Das Spiel wurde für ein paar Minuten unterbrochen, ehe man sich doch dazu entschloss, die Partie zu Ende zu spielen. Doch so richtig waren unsere Nullfünfer nach der Spielunterbrechung nicht mehr auf dem Platz, die Belgier nutzten das, um die Partie mit einem Doppelschlag für sich zu entscheiden. Zu diesem Zeitpunkt war es aber längst kein normales Fußballspiel mehr. Das Ergebnis – 0:3 für Standard Lüttich – gibt den Spielverlauf daher nicht korrekt wieder. Es war keinesfalls eine klare Angelegenheit, wie das Resultat vielleicht vermuten lassen würde.

Zum Spiel: von Beginn an fiel die Lautstärke auf dem Platz auf, die Belgier waren unentwegt am Rufen, das Mainzer Trainerteam mahnte die Spieler, sich davon nicht beeindrucken zu lassen, was schließlich auch gelang. Nach dem Alexander Hack die erste Standard-Chance auf der Linie klärte (14.) kamen unsere Nullfünfer immer besser ins Spiel. Mit einem Kopfball wäre Yoshinori Muto dann beinahe die Führung gelungen, mit einer starken Parade fischte Keeper Hubert den Ball noch aus dem Winkel (21.). In der Folgezeit verfehlte Jairo zweimal knapp (27./31.). Das Tor von Dossevi fiel aus heiterem Himmel (39.).

Nach der Pause brauchten unsere Nullfünfer etwas, um wieder gut ins Spiel zu finden, Henrique Sereno wäre mit einem schönen Fernschuss fast der Ausgleich gelungen, doch der Schuss des Portugiesen flog haarscharf am Winkel vorbei (70.). Dann kam es zur eingangs erwähnten Situation und dem in dieser Höhe keinesfalls verdienten Sieg für Standard Lüttich.

1. FSV Mainz 05 – Standard Lüttich 0:3 (0:1)

Mainz: Karius – Brosinski, Bell, Hack, Jara – Baumgartlinger, Latza – Jairo, Malli, Muto – Córdoba.
Mainz (ab der 67. Minute): (ab 67. Minute): Huth – Sereno, Balogun, Bussmann, Bengtsson – Moritz, Frei – Clemens, Klement, De Blasis – Niederlechner.

Lüttich: Hubert – Goreux (76. Milec), Teixeira (76. S. Mmaee), Scholz (46. Van Damme), Andrade (46. Fiore) – Dossevi (76. R. Mmaee), Yatabare (62. Enoh), Trebel (62. De Sart), Legear (62. Dimata) – Badibanga (76. Gobitaka), Tetteh.

Tore: 0:1 Dossevi (39.), 0:2 R. Mmaee (84.), 0:3 R. Mmaee (90.)

 

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