Sandro Schwarz sieht sich gestärkt nach seiner ersten Saison als Trainer von Mainz 05

Von Julia Sloboda

Die erste Saison als Cheftrainer von Mainz 05 erinnert Sandro Schwarz im Rückblick an ein Stahlbad. In dieser Spielzeit will er nun groß denken.

05-Trainer Sandro Schwarz will die Ansprüche ganz nach oben schrauben. Foto: dpa

 

 

Vor einem Jahr war Sandro Schwarz schon mal an diesem Punkt. Erstes Saisonspiel, Bundesligaauftakt, zuhause in der Opel Arena, gegen einen vermeintlich schlagbaren Gegner. Seitdem sind zwölf Monate vergangen, in denen sich Einiges getan hat. Der Trainer des FSV Mainz 05 schaffte am vorletzten Spieltag der vergangenen Saison mit seinem Team den Klassenerhalt, absolvierte nun bereits die zweite Saisonvorbereitung als Coach der Profis – „und außerdem kam in meiner ersten Saison mein Sohn zur Welt“, erklärt Schwarz, was sich seit dem letzten Sommer alles verändert hat.

In diesem ersten Jahr sei viel zu tun gewesen, lächelt der 39-Jährige. „Kinder, Ehefrau, Profifußball.“ Aber er sei gestärkt aus seiner ersten Saison hervorgegangen. Der 05-Coach bemüht gerne das Bild des Stahlbads, durch das er gehen musste. In der Tat: Leicht hatte es Sandro Schwarz in seiner ersten Saison nicht. „Man lernt dazu“, sagt er selbst. Und da sei es auch egal, ob er in sein zweites oder zehntes Jahr als Bundesligatrainer gehe. „Du gehst nach jedem Jahr in die Selbstreflektion, das wird nie anders sein.“ Was ihm besonders wichtig ist: „Ich bin kein anderer Mensch geworden.“
„Wenn du am Ende in Dortmund auf dem Zaun sitzt, hast du alles richtig gemacht“
Das bestätigt auch Rouven Schröder: „Sandro hat sich persönlich nicht verändert.“ Es sei wichtig, dass man „in dem ganzen Showbiz“ so bleibe, wie man ist. „Und mit den beiden Auftaktniederlagen in der vergangenen Saison habe Schwarz direkt „die ganze Wucht dieses Showbiz“ zu spüren bekommen, erinnert sich der Sportvorstand der 05er. Schröder schätzte es an seinem Cheftrainer vor allem, dass dieser klar blieb. „Wenn du vor der Truppe stehst, kannst du dir nicht erlauben, zu wackeln. Sandro hat Stärke gezeigt“, sagt Schröder. Und fügt hinzu: „Wenn du am Ende in Dortmund auf dem Zaun sitzt, hast du alles richtig gemacht.“
Nun beginnt also die zweite Saison für Schwarz als Cheftrainer der 05er. Mit dem VfB Stuttgart ist an diesem Sonntag (15.30 Uhr) eine Mannschaft zu Gast, die ihre letzten beiden Gastspiele in der Opel Arena verloren hat. Da würde Schwarz gerne anknüpfen. Als „erstes Etappenziel“ formulierten die Verantwortlichen auf der Pressekonferenz vor der Partie den Klassenerhalt. Doch Schwarz möchte nun nicht jede Woche über die magische 40-Punkte-Marke reden, wie er ankündigte. „Wir müssen uns viel mehr damit beschäftigen, was wir brauchen, um Spiele zu gewinnen.“ Groß denken – so lautet dabei das Motto des 05-Trainers. „Wir müssen unsere Ansprüche ganz nach oben schrauben“, sagt Schwarz. Damit will der FSV an diesem Sonntag nun beginnen.

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