Daniel Brosinski räumt Fehleinschätzung bei erstem 05-Gegentor ein / Routinier fordert Überzeugung in Offensive

Von Bardo Rudolf

MAINZ. In den Augenwinkeln sah Daniel Brosinski eine Bewegung. Und die führte dazu, dass er eine falsche Bewegung machte. Der Rechtsverteidiger des FSV Mainz 05 stellte den Passweg nach außen zu, als Maximilian Arnold sich in der vierten Minute dem Strafraum der 05er näherte. Und öffnete so für den Kapitän des VfL Wolfsburg den direkten Weg Richtung To r. Arnold nutzte die Lücke zum frühen 1:0 für den VfL, dem die Mainzer in der Folge vergeblich hinterherliefen. Am Ende hatte der Fußball-Bundesligist seine dritte Niederlage in Folge kassiert. Und mit 0:3 zum dritten Mal deutlich. Für Brosinski ist dies indes kein Grund zum Verzagen. „Die Niederlage war am Ende viel zu deutlich. Ich denke nicht, dass wir drei Tore
schlechter waren“, sagte der Routinier. Und das, obwohl die 05er einen frühen „Nackenschlag“, wie er es bezeichnete, kassierten, an dem Brosinski eine Mitschuld trug. „Als der Ball bei Arnold war, habe ich registriert, dass mich Jerome Roussillon außen überläuft. Deshalb bin ich stehen geblieben, denn wenn ich überhastet auf Arnold renne, spielt er ihn raus, und dann rennt Roussillon alleine aufs To r zu“, beschrieb Brosinski das Zustandekommen des ersten Gegentores. Genervt vom nächsten HandelfmetermDoch die 05er steckten dies
weg. „Wir waren gut im Spiel, haben kaum noch etwas zugelassen“, fand Brosinski. Bis es zu der Szene kam, die bundesweit diskutiert wurde: Schiedsrichter Benjamin Cortus entschied nach Ansicht des Videobeweises auf Strafstoß, weil der Mainzer JeanPhilippe Gbamin den Ball mit dem Arm gespielt hatte. Schon zwei Wochen zuvor

hatten die 05er im Spiel beim FC Augsburg zwei Handelfmeter nach Videobeweisen gegen sich bekommen. Entsprechend genervt reagierte Brosinski, als das Gespräch auf diese Szene kam. „Ich will mir das gar nicht ansehen. Mittlerweile musst du jedem nur an die Hand schießen und dann gibt es Elfmeter“, sagte er und forderte: „Da muss eine klare Linie gefunden werden. Aber ich bezweifele, dass man eine findet.“ Also beschäftigte sich der 30-Jährige lieber mit Dingen, die er und seine Mannschaftskollegen von sich aus ändern können. Zum Beispiel die aktuellen Probleme im Offensivspiel. „Wir haben zwar den Ball durch unsere Reihen laufen lassen, hatten aber keine Durchschlagskraft nach vorne“, monierte Brosinski. 20 Flanken brachten die Mainzer in den Strafraum, sechs davon Brosinski. Doch Torgefahr gab es keine. „Bei den Flanken haben wir immer die falsche Variante genommen und nicht immer den freien Mann gefunden“, sagte der Rechtsverteidiger, schränkte aber auch ein: „Wolfsburg hat es im Zentrum gut verteidigt. Das ist schwer, gegen die Riesen hinten einen Abnehmer zu finden. “Brosinski wünscht sich zudem mehr Überzeugung im eigenen Ballbesitz. „Gerade wenn wir im 16er sind, brauchen wir zu lange oder sind überhastet. Dann verlieren wir den Ball und laden den Gegner so immer wieder zu Kontern ein.“ In Panik verfällt der gebürtige Karlsruher angesichts der drei Niederlagen in Folge indes nicht. Seit 2014 spielt er für die 05er und hat in dieser Zeit einige schwierige Phasen mitgemacht. „Wir dürfen nicht zu viel hadern. Stattdessen müssen wir in dieser Woche wieder Gas geben im Training“, sagte Brosinski. Entsprechenderwartet er einen verschärften Konkurrenzkampf. „Für alle 26 Spieler geht es wieder von vorne los.
Jeder kann sich anbieten, auch die, die diesmal außen vor waren. Da darf sich keiner mehr sicher fühlen“, sagt Brosinski. Was folglich auch für ihn gilt. Doch Brosinski ist dafür bekannt, dass er immer Vollgas gibt, auch wenn er auf seiner Position nach der Verletzung von Phillipp Mwene und angesichts der ständigen Abgangsgedanken von Giulio Donati aktuell weitgehend konkurrenzlos ist. An der Flankengenauigkeit wird er folglich weiter arbeiten.

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